Steinfeld unter dem Einfluss des 2. Weltkrieges
1938: Unter dem Einfluss des Nationalsozialismus ist die Schülerzahl unter 100 gesunken. Am 20. Oktober muss das um 1925 gegründete Auslandsgymnasium der Salvatorianer in Lochau/ Bregenz schließen. Von dort kommen einige Lehrer nach Steinfeld, unter ihnen auch P.Dr.Ildefons Jocham, der erste Schulleiter von Steinfeld.
1939: Am 9. Januar übernimmt P.Dr.Jocham die Schulleitung in Steinfeld. Die Schülerzahl ist auf ca. 80 gesunken. Am 4. April erhält die Klosterleitung die Weisung, das Kloster Steinfeld bis zum 6. April für die Unterbringung von Westwallarbeitern zu räumen. Der Kosterleitung gelingt es, die Erlaubnis zu erwirken, dass Schule und Klostergemeinschaft wenigstens in einigen Nebengebäuden bleiben dürfen. Am 20. April beziehen ca. 1000 Westwallarbeiter das Kloster. Mit Datum vom 21. November teilt der Regierungspräsident von Aachen dem Schulleiter mit, dass "die dortige Knaben-(Missions)schule" zu Ostern 1940 geschlossen wird. Die meisten Schüler verlassen Steinfeld bereits zum Jahresende.
1940: Dem Erlass der nationalsozialistischen Reichsregierung gemäß schließt die Schule vor Beginn der Osterferien.
1945: Nach Kriegsende bemüht sich der Superior des Klosters, P. Dingenotto, um die Wiedereröffnung der Schule. Dort war inzwischen das Schleidener Landratsamt sowie das Köln-Sülzer Waisenhaus mit 350 Kindern untergebracht worden. Am 15. September beginnt der Unterricht mit 10 Schülern. Mit Datum vom 26. September beantragt der Superior über den Regierungspräsidenten bei der britischen Militärregierung in Aachen die Wiedereröffnung der "privaten Knabenschule", und zwar "für die ersten 6 Klassen des humanistischen Gymnasiums". Die offizielle Wiedereröffnung wird am 11. Oktober gefeiert. Als Lehrer sind dieselben Salvatorianer tätig, die vor der erzwungenen Schließung 1940 unterrichtet haben.
1946: Das Schuljahr 1946/47 beginnt mit 45 Schülern, wobei die "normalen" Schüler die Spätberufenen zahlenmäßig übertreffen. Auch in den folgenden Jahren werden die Spätberufenen eine kleine Minderheit bilden. Damit öffnet sich die Schule auch für Schüler, die von vornherein nicht mehr beabsichtigen, sich der Ordensgemeinschaft anzuschließen. Weiterhin dürfen nun auch externe Schüler aus der näheren Umgebung Steinfelds die Schule besuchen. Bis 1940 mussten grundsätzlich alle Schüler im "Studentat" des Klosters wohnen.

