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Montag, 06.09.2010

Rührseliger Rhein ruft reisende HJKler

 

Zweite Tour für interessierte Mitfahrer

 

 

 

Der 20. März war ein schöner Tag – nicht nur, weil es nicht geregnet hat, sondern weil die von vielen ungeduldig erwartete zweite Fahrt anstand: Eltern, ehemalige Schüler und Lehrer sowie aktuelle Lehrer trafen sich, um gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen. Diesmal führte uns Herr Löhnertz zusammen mit Herrn Dingmann in die mythische Welt von „Gevatter Rhein“. Viel war zu erfahren über die Burgen und deren Nachbauten am Ufer des Stromes, aber auch Kirchen mit interessanten Reliquien wie eine Mütze von Bernhard von Clairvaux oder historischem Charakter wie die Castorkirche in Koblenz erregten großes Interesse. Zusammenhänge von Architektur und ihrer sinnstiftenden Bedeutung wurden vor Ort erkennbar. Viele Fragen ergaben sich bei der Besichtigung und Begehung der Festung Ehrenbreitstein und des Deutschen Ecks mitsamt kolossalem Reiterstandbild Wilhelms I. Wie sind solche Nationaldenkmäler im historischen Kontext und besonders heute zu bewerten?

Für einige Entkrampfung sorgten da die gewohnten Frotzeleien der Altvorderen. So stieg sich Ulli Paulus in verfassungswidrige separatistische Gedanken hinein, als er die Abspaltung und Souveränität seines heißgeliebten Saarlandes forderte (etwa auch unter Deiner weisen Regierung, Ulli? Zumindest gibt’s dann leckeres Essen und gute Weine für alle auf Staatskosten). Pater Paul mit Schlesien im Herzen ist da realistischer und eher ein glücklicher Weltbürger. Den Abschluss der Fahrt bildete dann nicht die letzte Anlaufstation, der Königsstuhl in Rhens, sondern das gemütliche Weinlokal „Zum Heiligen Grab“, dessen Name für uns einmal nicht zum Programm wurde. Hatten wir uns doch mittags schon in einem zünftigen Brauhaus wohl genährt (Frau Milz wurde zwar die halbausgelöffelte Suppe entwendet; dafür bekam Erwin Olligschläger einen fürstlichen Nachtisch kredenzt), benötigten wir abends nur ein Glas besten Rieslings, um in mythischer Verklärung von einem eigenen kleinen Häuschen in luftiger Höhe am Rheinufer zu träumen, vor dem man abends im Schaukelstuhl, eine Pfeife rauchend, sitzt, um den Wellen und dem leichten Knurren seines zu Füßen liegenden Bernardiners zu lauschen…

Ein herrlicher und sehr informativer Tag in einer Gruppe ganz unterschiedlicher, gut gelaunter und einfach netter Mitfahrer – wir sind gespannt auf die nächste Tour Ende Mai/Anfang Juni!

MD