Studienrat Thomas Frauenkron vom HJK Steinfeld gewinnt den 2. Preis beim Landeswettbewerb NRW für seine Staatsarbeit zum Thema Computereinsatz im Unterricht.
Bericht
Im Rahmen der Bildungsmesse „didacta“ Köln wurden am 18.03.2010 die Preise für herausragende Staatsarbeiten zum 1. und zum 2. Staatsexamen vergeben. In Vertretung von Frau Ministerin Barbara Sommer übergaben die Herren Dr. Heinemann vom Ministerium und Dr. Köster vom Landesmedienzentrum für Westfalen die Preise an die glücklichen Preisträger.
Vergeben wurden jeweils drei Preise in den beiden Kategorien: 1. Staatsexamen und 2. Staatsexamen. Der 2. Preis in der Kategorie 2. Staatsexamen ging an Thomas Frauenkron.
Titel der Arbeit: „Geogebra – ein Instrument zur Untersuchung funktionaler Zusammenhänge. Ein Konzept zur Förderung der Modellierungskompetenz in der Klasse 8.“
Der Wettbewerb ExaMedia NRW möchte den innovativen Einsatz digitaler Medien in der schulischen und wissenschaftlichen Arbeit stärken. Die Teilnehmer mussten bei ihren Arbeiten unter anderem Voraussetzungen, Bedingungen und Ergebnisse von Lehr-Lernkonzepten erforschen, den Mehrwert digitaler Medien in Lehr- und Lernprozessen anhand eigenständiger Überlegungen entfalten und digitale Medien in Schulentwicklungsprozesse einbinden.
Essay über die Staatsarbeit
Titel der Arbeit: „Geogebra – ein Instrument zur Untersuchung funktionaler Zusammenhänge.
Ein Konzept zur Förderung der Modellierungskompetenz in der Klasse 8.“
Entstehungsjahr: 2009
Kurze Beschreibung des Inhalts:
Ich habe mich im Rahmen dieser Arbeit bemüht, übergreifende Prinzipien in einem sinnvollen Gesamtzusammenhang darzustellen, der die Modellierungskompetenz stärkt, die Schülerinnen und Schüler individuell fördert und der grundsätzlich in unterschiedlichen Jahrgangsstufen anwendbar ist. In den Stufen 7 und 8 bei der Thematisierung linearer und quadratischer Funktionen konnte ich dieses Konzept teilweise bereits erproben. Durch latente Änderungen müsste es aber in beinahe allen Jahrgangsstufen sinnvoll anwendbar sein, schließlich war keines der genannten Prinzipien weitgehend an eine inhaltliche Thematik gebunden, und funktionale Zusammenhänge spielen in fast allen Jahrgangsstufen bis zum Abitur eine zentrale Rolle.
Um die formulierten Ziele zu erreichen, sieht mein Konzept eine Kombination aus einem geeigneten Medieneinsatz, einer entsprechenden Aufgabenauswahl und einem sinnvollen Lernarrangement vor, das heißt das Gesamtgefüge der Organisation und der Grad der Offenheit soll die SuS zum eigenen Tun anleiten. Modellierungsprozesse werden in der zunehmenden Anwendungsbezogenheit von immer größerer Bedeutung. Welcher tatsächliche Anteil im täglichen Unterrichtsgeschehen angemessen ist – etwa neben der Wichtigkeit der Fachsystematik – müsste an anderer Stelle geklärt werden.
Selbstverständlich stoßen die Möglichkeiten von Geogebra im Speziellen und von Computereinsatz im Allgemeinen auch an ihre Grenzen. Hier gilt es, eine DGS wie Geogebra mit anderer sinnvoller Software wie CAS zu kombinieren und ein geeignetes Nebeneinander oder Ineinander von Computereinsatz und konventionellem Unterricht zu finden. Um dies zu erreichen war es ein Hauptziel des vorliegenden Konzeptes, die Möglichkeiten und Grenzen von Geogebra erfahrbar zu machen. Langfristig sollte es nicht das Ziel eines zeitgemäßen Mathematikunterrichts sein, dass SuS Geogebra grundsätzlich als erstes Werkzeug einzusetzen versuchen. Es gilt vielmehr, die SuS erstens mit einem breitgefächerten Wissen und Können bezüglich unterschiedlicher digitaler Medien auszustatten und sie zweitens in die Lage zu versetzen, von Fall zu Fall ein geeignetes Hilfswerkzeug auszuwählen und zu nutzen, nicht zwingend nur Geogebra. Diese Arbeit wollte allerdings einen anderen Schwerpunkt setzen: In der aktuellen Zeit, in der es erhebliche Diskrepanzen zwischen didaktischem Anspruch in der Fachliteratur und den Bildungsgremien einerseits und der täglichen Realität in deutschen Klassenzimmern andererseits gibt, gilt es zunächst, Pionierarbeit zu leisten: Modellierungskompetenz als Ziel, Geogebra als ein Weggefährte dorthin, dies wäre bereits ein nennenswerter Fortschritt gegenüber dem, was die internationalen Schulleistungsuntersuchungen für Deutschland zertifiziert haben und wohl in der Tat an den meisten Schulen Alltag und Realität ist.



