Zum 200. Geburtstag von Fédérik Chopin
Chopins Leben ins Licht gerückt
Von Claudia Hoffmann, 19.03.10,
Am Hermann-Josef-Kolleg stand ein Tag im Zeichen des Komponisten Frédéric Chopin, der vor 200 Jahren geboren wurde. Die renommierte Konzertpianistin Maria Heister konnte für das Konzert gewonnen werden.
Mit zahlreichen Ausstellungen und Konzerten feiert die Musikwelt in diesem Jahr den 200. Geburtstag des Komponisten Frédéric Chopin. Vor gut einem Monat erreichte auch Oberstudienrat Dr. Siegmund Pchalek eine Anfrage von Seiten des Generalkonsulats der Republik Polen, ob er sich vorstellen könne, einen Chopin-Tag am Hermann-Josef-Kolleg zu organisieren. Begeistert griff der Musiklehrer die Idee auf und behandelte in den folgenden Wochen das facettenreiche Schaffen Chopins übergreifend im Musikunterricht aller Jahrgangsstufen. Durch den seit zehn Jahren regelmäßig durchgeführten Schüleraustausch mit der Partnerstadt Olesno ist das Steinfelder Kolleg der Republik Polen in besonderer Weise verbunden. Mit Feuereifer widmeten sich die Schüler der Recherche und präsentierten zum Jubiläumskonzert am vergangenen Donnerstag eine große Stellwand mit vielen Hintergrundinformationen. Ebenso spontan sagte auch die renommierte Konzertpianistin Maria Heister ihre Teilnahme an der Veranstaltung zu. Mitgebracht hatte sie für diesen Tag eine Auswahl Stücke, die als jeweils unterschiedliche Musikformen ebenso plakativ für Chopins musikalisches Schaffen wie auch für die polnische Folklore stehen.
Hochexpressives Charakterstück
Mit der Etude op. 25, einem postum veröffentlichten hochexpressiven Charakterstück, stimmte Heister die Schüler auf ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Konzerterlebnis ein. Herausragend deshalb, weil die in Bad Münstereifel lebende Pianistin nicht nur brillant spielte, sondern auch erklärte. Auch Jacek Fraczek, Vize-Konsul der Republik Polen, der an diesem Vormittag direkt vom Düsseldorfer Landtag angereist war, lauschte gebannt den kenntnisreichen Ausführungen.
Dass Heister auch eine hervorragende Pädagogin ist, zeigte der musikalische Vortrag ihres Schülers Nico Haag, der Chopins Mazurka op. 17 sehr einfühlsam interpretierte. Zuvor hatten die beiden Schülerinnen Jennifer Mejda und Dagmar Dohmen ihr Referat zu Leben und Werk Chopins unter das Motto "Der Abstammung nach Warschauer, dem Herzen nach Pole,der Begabung nach Weltbürger" gestellt. So würdigte einst der bekannte polnische Dichter Cyprian Kamil Norwid Chopins außergewöhnliche Stellung in der Musikgeschichte. Mit fünf weiteren exemplarischen Stücken setzte Heister ihren musikalischen Streifzug fort. Auf Chopins Nocturne op. 9, einem sehr leisen Stück, in dem wie von Ferne eine Jagd erklingt, folgte mit der Prélude op. 28 ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass man mit nur wenigenTönen sehr viel Einsamkeit entstehen lassen kann. Schmerz und Aufruhr vermittelte wenig später Chopins Etude op. 10. Mit einer wahrlich fulminanten Interpretation des Scherzoop. 31 beendete Heister das einstündige Konzert unter tosendem Applaus.
QUELLE: KÖLNER STADTANZEIGER 20.03.2010








