Abitur 2010
Unsere Abiturienten
Die Abiturientia 2010
| Name | Vorname | Wohnort |
|---|---|---|
| Alfeis | Anne-Marie | Kall |
| Benten | Robin | Kronenburg |
| Berg | Thomas | Blankenheimerdorf |
| Caspers | Sebastian | Freilingen |
| Crump | Rabea | Waldorf |
| Despineux | Benedikt | Kall |
| Emons | Markus | Marmagen |
| Esser | Patrick | Tondorf |
| Frauenkron | Lothar | Giescheid |
| Friedrichs | Katrin | Urft |
| Funk | Saskia | Feusdorf |
| Gaumann | Hung-An | Baasem |
| Gehlen | David | Wahlen |
| Gier | Stephan | Kronenburg |
| Gobelius | Christine | Dahlem |
| Graf | Frederik | Nettersheim |
| Grünter | Fiete | Nettersheim |
| Hahn | Laura | Dottel |
| Hambach | Rebecca | Kall |
| Helmig | Felix | Reetz |
| Hensch | Laura | Sötenich |
| Herr | Julian | Blankenheimerdorf |
| Huth | Meike | Ripsdorf |
| Jansen | Marius | Reifferscheid |
| Joschonek | Marc | Ahrhütte |
| Junker | Torsten | Schmidtheim |
| Kaiser | Wiebke | Dahlem |
| Kaufmann | Verena | Kall |
| Kings | Sebastian | Schmidtheim |
| Kirstgen | Stephanie | Tondorf |
| Klein | Tamara | Berk |
| Klinkhammer | Mirijam | Zehnstelle |
| Klinkhammer | Rebecca | Dahlem |
| Klosterköther | Veronika | Nettersheim |
| Köhler | Sebastian | Reifferscheid |
| Koll | Anna-Christina | Nettersheim |
| Krämer | Jenny | Schnorrenberg |
| Kratz | Michael | Felser |
| Larres | Lisa | Keldenich |
| Lenz | Maximilian | Dahlem |
| Löchner | Sven | Dahlem |
| May | Juliane | Sötenich |
| Name | Vorname | Wohnort |
|---|---|---|
| Mermagen | Judith | Ramscheid |
| Mertens | Dorothee | Sistig |
| Mertes | Kerstin | Dahlem |
| Meyer | Lukas | Kall |
| Moeres | Philipp | Nettersheim |
| Müller | Daniel | Kall |
| Murk | Elena | Reifferscheid |
| Nelles | Kilian | Blankenheimerdorf |
| Niessen | Anna | Zingsheim |
| Nußbaum | Britta | Nettersheim |
| Pfeiffer | Sandra | Frauenkron |
| Pick | Jennifer | Feusdorf |
| Pohl | Carsten | Wolfert |
| Pönsgen | Vera | Wahlen |
| Poth | Christina | Nettersheim |
| Poth | Elisa | Marmagen |
| Pütz | Pia | Kall |
| Reiners | Florian | Nettersheim |
| Rößler | Katharina | Engelgau |
| Rubbert | Julia | Sötenich |
| Sarr | Patricia | Kall |
| Savelsberg | Katharina | Kall |
| Schäfer | Marcel | Kall |
| Schmitz | Christian | Jünkerath |
| Schmitz | Philip | Golbach |
| Schneider | Anne | Blumenthal |
| Schneider | Miriam | Freilingen |
| Schröder | Dorothee | Hüngersdorf |
| Schröder | Thomas | Feusdorf |
| Spies | Christopher | Blankenheimerdorf |
| Stabel | Matthias | Gönnersdorf |
| Steffens | Christina | Rescheid |
| Szwabczynski | Christopher | Steinfeld |
| Teuber | Ina | Kall |
| Thelen | Hannah | Steinfelderheistert |
| Thur | Florian | Schmidtheim |
| Tröster | Sabine | Schwalenbach |
| Ulmer | Ralf | Roder |
| Vogelsberg | Nadine | Dahlem |
| Weiler | Lukas | Blankenheimerdorf |
| Zander | Torin | Sistig |
Abiturfeier
Abiturfeier 2010
83 Abiturienten bestanden in diesem Jahr am HJK ihr Abitur.
Im Gottesdienst zur Abiturfeier am Samstag, den 26.06.2010, ermutigte P. Preußner die Abiturienten und Abiturientinnen, künftig keine Angst zu haben, auch einmal Fehler zu machen. Wichtig sei nur, zu gemachten Fehlern zu stehen und daraus zu lernen. Auch sollten sich die jungen Leute nicht einreden lassen, die Welt müsse bleiben, wie sie sei. Vielmehr müssten sie die Differenz zwischen Sein und Sein-Sollen suchen und in diesem Bereich wirksam werden.
Ähnlich rief auch Schulleiter Heinrich Latz in der folgenden Feierstunde in der Aula den Abiturienten in seinem Grußwort zu: Sei nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes!“ – oder profan ausgedrückt: „Sitz nicht rum, sondern tu was!“ Sich nicht bewegen bedeute nämlich Stillstand.
Für die Abiturienten ergriffen Christina Poth und Michael Kratz das Wort, die ihre Schulzeit in einem heiteren Vortrag Revue passieren ließen. Als Erinnerung an ihre Stufe schenkten sie der Schule als Zeichen ihrer Verwurzelung in Steinfeld einen Apfelbaum, der am Ende der Feier feierlich eingepflanzt wurde.
Der Leiter der Jahrgangsstufe, Herr Ohlerth, erinnerte in seinem Festvortrag an viele schöne Ereignisse und mit zwinkerndem Auge auch an einige misslungene Aktionen seiner Stufe, um daraus jeweils Denkanstöße für die Zukunft abzuleiten.
Weitere Grußworte sprachen P. Provinzial Leonhard, Frau Lenz für die Eltern, Frau Hierlwimmer für die Schulpflegschaft, Dr. Glorius für den Förderverein und schließlich, obwohl „alles schon gesagt war, aber noch nicht von allen“ (so Prof. Bergsdorf frei nach Karl Valentin), Prof. Dr. Bergsdorf für die CATENA.
Die ganze Veranstaltung wurde musikalisch untermalt durch Auftritte des vokalpraktischen Kurses Stufe 12, des Schulchors und einem Vortrag von Emma Walraven.
Von den 83 Abiturienten erhielten am Ende 20 eine Eins vor dem Komma, 44 eine Zwei und 19 eine Drei. Das beste Abitur legte Christina Steffens mit 1,2 ab. Einen Durchschnitt von 1,3 erzielten Max Lenz, Frederik Graf und Lisa Larres. Ein Buchgeschenk von der Gesellschaft der deutschen Chemiker erhielt Carsten Pohl als bester Chemiker. Für ihren besonderen Einsatz für die Schule wurden Michael Kratz, Matthias Stabel und Frederik Gieselbach besonders gelobt.
Rede der Abiturienten
Rede der Abiturienten
Liebe Eltern, Verwandte und Freunde,
sehr geehrter Pater Provinzial,
sehr geehrter Pater Hermann,
sehr geehrte Lehreinnen und Lehrer,
sehr geehrter Herr Latz
und natürlich vor allem liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
lange haben wir auf den heutigen Tag gewartet, zählten voller Vorfeude Stunden, Minuten und Sekunden und jetzt, da der dieser Tag nun angebrochen ist, kommt bei uns allen wahrscheinlich auch ein bisschen Wehmut auf, weil der heutige Tag eben auch bedeutet Freunde und auch Lehrer zu verlassen, mit denen wir viel Zeit gemeinsam verbracht haben, unfreiwillig, wie auch freiwillg.
Auf Stufenfahrten, Wandertagen, Exerzitien und natürlich bei unseren Stufenparties entwickelten sich nach und nach neue Bekanntschaften und schließlich auch neue Freundschaften.
Selbst wenn es keine Liebe auf den ersten Blick war in unsere Stufe haben wir uns zusammen gerauft, besonders wenn es mal hart auf hart kam.
An dieser Stelle müssen wir unseren Stufenleitern Herrn Ohlerth und Herrn Mertens danken, die trotz einiger Eskapaden unsererseits stets zu uns gehalten und versucht haben uns aus der ein oder anderen Misere wieder „raus zu boxen“ .Doch trotz einiger, nennen wir es „Missgeschicke“ hatten wir so gut wie immer Spaß.
Besonders natürlich auf unserer Stufenfahrt, bei der man wahlweise nach Irland, Prag oder Rom fahren konnte. Ich hoffe wir sprechen im Namen aller, wenn wir sagen, dass wir an diesen Orten alle gleichermaßen Spaß hatten.
Herr Ohlerth, Herr Mertens, an dieser Stelle danken wir Ihnen noch einmal dafür, dass sie sich drei Jahre lang haben sie sich um unsere Wohlergehen gekümmert , Ausflüge und Fahrten organisiert haben und auch regelmäßig im Alcatraz bei unseren Stufenparties dabei waren!
Auch wenn dies heute mehr oder weniger ein Abschied ist, können wir auf viele gemeinsame Erinnerungen zurückblicken und Fontane sagte einmal sehr treffen „Erinnerung ist viel, ist alles“. (Christina)
Doch kommen wir nun noch einmal in die Gegenwart zurück, auf den heutigen Tag, für den wir in den letzten Wochen und auch Monaten mal mehr mal weniger hart gearbeitet haben. Wir erwarteten angespannt, einige glückliche unter uns entspannt, die Abiturprüfungen, um im Nachhinein festzustellen, dass es gar nicht so schlimm war und dass man eher ein Gefühl der Erleichterung verspürte, sein angesammeltes Wissen nun endlich einmal loszuwerden.
Welches auch ein Verdienst unserer vielen Lehrer, nennen wir sie lieber Trainer, war, durch deren Arbeit wir gut vorbereitet waren und die uns halfen dieses schwere Endspiel zu meistern und letztendlich unser Team zum Sieg geführt haben, wodurch unsere Motto „Team Abi - 1:0 für uns“ eindeutig zutrifft.
Dankbar sollten wir ebenfalls für unsere Familien und Freunde sein, die uns in der Prüfungszeit, aber auch während unserer gesamten Schullaufbahn unterstützt haben und uns mit Rat und Tat, sowie mit manch tröstendem Wort zur Seite gestanden haben. Wir freuen uns, es bis hierher geschafft zu haben und sind stolz und dankbar, dass wir heute unsere Abiturzeugnisse in Empfang nehmen dürfen.
An dieser Stelle möchten wir auch an unsere Mitschüler denken, die das Abitur leider nicht bestanden haben. Wir wünschen ihnen trotzdem alles Gute für die Zukunft und wir sind uns sicher, dass auch sie ihren Weg finden werden und hoffen das auch sie den bevorstehend Sommer genießen können, denn auch sie haben es sich ebenso wie wir verdient! (Michael)
Da wir nun schon bei Bevorstehendem und Zukünftigen sind, bleiben wir doch einfach bei diesem Thema.
Ab jetzt wird jeder seinen eigen Weg gehen, was nicht heißt, dass sich die Wege des ein oder anderen nicht noch einmal kreuzen werden. Zudem erkennen wir vielleicht im Nachhinein, wie schön die Schulzeit eigentlich war, denn oftmals bemerkt man erst, wenn man etwas nicht mehr hat, wie viel es einem bedeutete.
Denn wir können schließlich auf ein großes Repertoir von Ereignissen zurückblicken, die uns gestern wiederfahren sind, können gespannt sein was heute geschieht und was morgen erfüllt wird.
An dieser Stelle bietet sich ein weiteres Zitat von Theodor Fontane an „Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben“. (Christina)
Daher ist es eigentlich ganz passen, dass unser Geschenk für die Schule eines ist, was bleibt, sich verwurzelt und eines Tages Früchte tragen wird, ebenso wie die Dinge, die wir im Leben erreichen möchten.
Somit ist es uns eine große Freude, Herr Latz, Ihnen im Namen der Stufe einen Apfelbaum zu schenken und wir hoffen, dass dieser ebenso wie unsere Erfahrungen, die damit verbundenen Erinnerungen und Ereignisse wachsen wird.
Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass wir heute Abend hoffentlich alle viel Spaß haben werden.
Wir denken wir sprechen für alle, wenn wir betonen, dass diese drei Jahre eine wunderschöne und unvergessliche Zeit waren, wir unser Ziel erreicht haben und hoffentlich alle noch sehr viel mehr im Leben erreichen werden.
So, nun möchten wir unsere Rede beenden, schließlich wollen wir alle endlich unsere Abiturzeugnisse in den Händen halten, und da wir lieber Taten als Worte sprechen lassen wollen, gehen wir nachher gemeinsam nach draußen, um unseren Apfelbaum zu pflanzen, frei nach Martin Lutters Redewendung „Auch wenn ich wüsste das morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“.(Michael)
Dankeschön!
Christina Poth und Michael Kratz
Rede des Jahrgangsstufenleiters
Rede des Jahrgangsstufenleiters
Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
liebe Eltern,
sehr geehrter Pater Provinzial, liebe Salvatorianer
und liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ein Sprichwort aus Arabien sagt: Gott gibt uns Erinnerungen, damit wir Rosen im Winter haben. Und Jean Paul (1763-1825) schreibt: Die Erinnerung ist das einzige Paradies, woraus wir nicht vertrieben werden können.
Herr Mertens und ich wünschen Euch von Herzen, dass Ihr viele solcher Erinnerungen an Steinfeld, die Zeit des Lernens und des Miteinanders, mit in Eure Zukunft hinüber retten könnt und dass Ihr vor allem davon zehren könnt. Eure Charakterisierungen in der Abiturzeitung zeigen, dass es für jeden von Euch Situationen und Personen gibt, an die er gern zurückdenkt und die ein „Weißt Du noch“ in einigen Jahren bei Klassentreffen rechtfertigen.
Das Zitat von Jean Paul hat übrigens einen Zusatz, der selten erwähnt wird, nämlich: Erinnerungen sind aber auch die einzige Hölle, in die wir auf Erden schuldlos verdammt werden.
Nach dem heutigen Tag, wenn Ihr die Schule verlassen habt, werdet Ihr für mich zu Erinnerungen. Und so stellt sich die Frage, was mir speziell von Eurer Stufe im Gedächtnis bleiben wird! Eines ist sicher: Kein Ereignis gehört der Kategorie „Hölle“ an. Assoziativ reihe ich nun einige Begebenheiten aneinander, die mir nur mit Euch widerfahren sind. Und mit diesem Blick in die Vergangenheit verbinde ich dann immer einen kurzen Ausblick nach vorne.
Ich bin mir dessen bewusst, dass meine Darstellungen nie einen einzelnen von Euch, sondern Euch in der Gruppe beschreiben – und das ist ein erheblicher Unterschied –, weil man sich in einer Gruppe anders gibt als im persönlichen direkten Umgang miteinander! Wenn ich nun mit anscheinend weniger erfreulichen Begebenheiten beginne, so seid Euch sicher, dass ich sie mit lächenden Augen und mit Humor betrachte. Im 2. Teil folgen dann die angenehmeren Erinnerungen und lassen vielleicht schon erstere verblassen. Wenn ich nach jeder einzelnen Begebenheit in die Zukunft verweise, so sei dies als Denkanstoß gedacht. Denn die Zeit des erhobenen Zeigefingers ist Gott-sei-Dank vorbei und dies hier ist auch nicht der Ort dafür. So werden folgende Ereignisse sicherlich in meiner Erinnerung ihren festen Platz haben:
1. Mein Auftritt in der Kirche der Salesianer in der 11
nach einer mehr als anstrengenden Nacht während der Kennenlerntage in Jünkerath. Es war Euer erstes Auftreten als Stufe in Gegenwart Eurer Stufenleiter. Und es genügte eine Nacht und ich kannte Euch schon besser, als ich wollte. So laut und deutlich war ich nie zuvor in einem Gotteshaus gewesen und möchte es nie mehr sein. Und ich brauchte es bei Euch auch nicht mehr zu sein, egal in welchem Gebäude.
Deshalb mein Denkanstoß: Vergesst nicht, dass Euer erstes Auftreten, egal ob am neuen Arbeitsplatz oder bei den Eltern Eures Lebenspartners zukunftsweisend sein wird, dass Ihr damit ein Bild von Euch vermittelt und dass davon abhängt, wie Euer Gegenüber mit Euch in Zukunft umgeht.
2. Dass ich als Spaßbremse bezeichnet wurde,
als ich mit der Hälfte von Euch die Bruder-Klaus Kapelle und anschließend eine mathematische Ausstellung besuchte, während die andere Gruppe Ski fuhr. Mit dem Begriff kann ich übrigens gut leben, denn zum einen ist etwas Wahres daran und zum anderen macht er mich ein wenig stolz.
Damit direkt verbunden sind weitere Erlebnisse, die Euch sicherlich gut beschreiben.
Eure Reaktion, wenn ich morgens Schülern, die mir zufällig begegneten, strahlend vorschlug, weil ich glaubte, Euch damit eine Freude zu machen: „Was haltet Ihr davon, wenn wir einen Ausflug machen, um Maastricht und Umgebung kennen zu lernen?“ Mir schlugen Antworten entgegen, wie: „Fragen Sie besser die anderen. Ich habe keine Lust!“ „Gibt es kein besseres Ziel, was mehr Spaß macht?“, „Das kostet aber doch sicherlich nicht viel!“ oder „Sind wir denn dann mittags um 13 Uhr wieder hier, damit wir die Busse kriegen?“ Letztere Frage hätte mir normalerweise viele Möglichkeiten geboten, mit Ironie zu kontern. Man stelle sich vor: 2 Stunden Fahrt bis Maastricht, einmal aussteigen und gucken, Toiletten aufsuchen, etwas essen und trinken und dann 2 Stunden Rückfahrt, damit wir um 13 Uhr die Busse kriegen. Was für eine Vorstellung von einem Wandertag und davon, eine Stadt kennen zu lernen? Aber nach der 3. ablehnenden Bemerkung war meine Ironie in Gefahr sich in Sarkasmus zu verwandeln, dann jedoch wichen beide der Sprachlosigkeit.
Ich weiß, dass unsere Gesellschaft Euch vorgibt, alles billig und ohne Aufwand zu erhalten, dass sie Euch vorgibt, dass man seine Freizeit nicht allzu schnell hergibt, dass der Spaßfaktor im Vordergrund steht; usw. Aber seid Euch bewusst, dass Bildung Euch etwas kosten darf – nämlich Zeit, Geld und Mühen - , dass Ihr Offenheit für Neues und Unbekanntes zeigen müsst, wenn Ihr über den Tellerrand schauen wollt und wenn Ihr der Generation nach Euch ein Bild der Erde und Eurer Umgebung vermitteln wollt.
3. Diskussionen
darüber z. B. welcher Spruch Euer Abi-T-shirt schmücken soll. Ich will hier keinen nennen, denn Ihr selbst kennt sie ja. Es kann sein, dass Eure Sprache die der heutigen Zeit ist oder dass der Altersunterschied von Euch zu mir mich unsensibel gemacht hat. Aber ich hoffe, dass Ihr stolz darauf seid, dass Ihr das Abitur geschafft habt und dass Ihr auf dieser Schule ward. Ich jedenfalls bin stolz darauf, Euch auf diesem Weg begleitet zu haben und Euch bis hierhin geführt zu haben! An viele andere Diskussionen erinnere ich mich und Euch fallen sicherlich noch viel mehr ein. Sie waren oft davon geprägt, dass Ihr dem Redner nicht zuhören wolltet oder dass ihr dachtet, zu wissen, was kommt, weil Ihr ein festes Bild von dem hattet, der das Wort ergriff.
Deshalb ist mein Wunsch: Wenn andere Menschen Vorschläge machen, verwerft sie nicht gleich, nur weil sie von anderen kommen oder weil es heute üblich ist, zuerst einmal alles abzulehnen. Ihr liebt und hasst sofort, aber es gibt auch Grauschattierungen zwischen schwarz und weiß, die es auch lohnt kennen zu lernen. Und hört zu, was der andere zu sagen hat, denn das hat er verdient.
4. Euer letzter Auftritt in der Schule,
nein dazu sage ich nichts mehr. Darüber wurde genug geredet. Und zudem war ich selbst nicht Zeuge. Ich habe nichts gesehen und kaum etwas gehört. Ich kenne nur die unterschiedlichen Darstellungen beider Seiten. Und ich weiß ja auch, dass Ihr ein Teil unserer Gesellschaft seid und deshalb von Eurem Umfeld und den gesellschaftlichen Begebenheiten geprägt seid, wozu auch wir Lehrer gehören. Ihr seid auch unser Spiegelbild. Vielleicht sehe ich ein Stück von mir, ohne es zu begreifen. Und ich weiß auch, dass unsere Lehrer damals ähnlich über unsere Aktionen gedacht haben und Ihr in x Jahren ähnlich über die Methoden der neuen Generation und der neuen Zeit denkt!
Ich wünsche Euch für die Zukunft viel Feingefühl in der Auswahl Eurer Aktionen und in der Bewertung von Situationen. Und wenn Ihr einem Menschen übel mitgespielt habt, geht auf ihn zu und bittet um Verzeihung. Das ist eine Stärke, keine Schwäche, auch wenn es häufig so ausgelegt wird!
Keiner dieser bisher erwähnten Erlebnisse gehört, wie gesagt, der Erinnerungskategorie „Hölle“ an, bei weitem nicht! Und jetzt ist es an der Zeit, die „himmlischen“ Erinnerungen ins Leben zu rufen, damit sie sich in unser und speziell mein Gedächtnis einbrennen können.
1. Das Arbeiten in meinen beiden Grundkursen,
in denen viel gelernt, aber auch viel gelacht wurde. Und ich habe nicht nur über Euch gelacht! Und wie oft gab es dabei auch einen Schlagabtausch und sogar hier und da Tränen. Aber immer wurde auch der Weg wieder aufeinander zu gesucht. Und ich hoffe, dass keine Wunden zurückgeblieben sind. Denn spätestens heute ist bzw. war der letzte Termin, um Entschuldigung zu sagen. Dies sei hiermit meinerseits geschehen.
Und auch das wünsche ich Euch für die Zukunft: Den Mut zu klaren und klärenden Worten, aber am Ende immer die Bereitschaft, wieder aufeinander zu zu gehen, und die Bereitschaft, anderen und sich selbst -was vielleicht am schwersten fällt - zu vergeben.
2. Unsere Studienfahrten nach Irland, Rom und Prag,
in denen Ihr Euch vorbildlich benommen habt. Ihr habt Euch auf alles eingelassen und mitgemacht – hin und wieder vielleicht etwas zu langsam, oder war ich zu schnell!? Nur schade, dass die Zeit des Fotoanschauens vorbei ist. Ihr habt alles auf Eurer Festplatte, auf CDs. Aber mir fehlt nun eine Gedächtnisstütze und in Anbetracht der Jahre, in denen ich schon Erinnerungen gesammelt habe, benötige ich diese Stütze ganz dringend. Ich vermisse es, dass wir nie zusammen Fotos von unseren Fahrten betrachtet haben!
Hier kann ich nur sagen: Bleibt so, wie Ihr Euch auf den Studienfahrten gezeigt habt: Offen für Kultur und Neues.
3. Die Gespräche bei denen Euch aufgezwungenen Wandertagen.
Ach ja, da fällt mir ein Wandertag ein, den Ihr selbst gewünscht hattet und der fast ganz nach Eurem Geschmack war! Nämlich der zur Sportveranstaltung in Kall. In Euren Augen war dabei der einzige Wermutstropfen, dass wir zu Fuß dorthin gingen. Ich weiß: Es gibt Busse, die Bahn und Autos, aber eben auch Wanderwege und eigenwillige Tutoren. In meinen Augen war das die Gelegenheit, Euch unterwegs nach Euren Zukunftsvorstellungen zu fragen. Auch wenn ich vieles davon vergessen haben mag, so ist es mir doch wichtiger, mich an die Inhalte dieser Gespräche zu erinnern als an die Tatsache, ob Ihr in der Lage ward, Logarithmusfunktionen abzuleiten. Und glaubt mir, das gemeinsame Sporttreiben hat mir auch sehr gut gefallen – ich konnte beim Badminton mithalten! -. Ja, und dieser Wandertag endete um 13 Uhr. Nur schade, dass es Herrn Mertens und mir völlig entfallen war, für jeden einzelnen von Euch eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren. Eure Kritik diesbezüglich nehmen wir für kommende Stufen natürlich gern auf! Die Gelegenheiten, bei denen ich etwas von Euch als Person erfahren konnte oder etwas mit Euch zusammen machen konnte, fand ich wertvoll. Dazu zählen auch die Besinnungstage in der 13, in der eine Gruppe bereit war, uns Stufenleitern ihre Ergebnisse bezüglich ihrer Person und ihrer Zukunftsvisionen vorzustellen. Und dazu zählt auch das Streichen der Oberstufenräume, bei dem Ihr kreativ tätig sein konntet und es auch wirklich ward. Es war eine Freude, mit Euch unter Herrn Mertens Anleitung zu arbeiten. Und zu diesen Gelegenheiten zählt auch das Vorbereiten des Abiturgottesdienstes.
Deshalb sage ich: Nehmt Euch selbst auch für die Zukunft nicht diese Chancen des Miteinanders. Der Wert des anderen überschreitet meist bei weitem das Bild, das ich mir von ihm gemacht habe, und es ist spannend, den anderen kennen zu lernen.
4. Die Feiern im Alcatraz
gehören ebenfalls zu schönen Erinnerungen. Auch wenn Herr Mertens und ich immer nur eine oder wenige Stunden da waren und viele von Euch gar nicht, so erlebten wir Euch hier anders. Ihr kamt auf uns zu und bezogt uns mit ein. Übrigens bewundere ich meinen jungen Kollegen, der es anscheinend immer schaffte, diese Besuche ohne leiblichen Schaden zu überstehen. Vielleicht erhielt er deshalb auch den Namen „Magic“ auf seinem Abi-Tshirt, der mich ein wenig neidisch werden ließ. Mir half übrigens bei diesen lautstarken Veranstaltungen im Alcatraz meine Schwerhörigkeit. Ich konnte meine Hörgeräte getrost weglassen. Aber ich will nicht wissen, welche abstrusen Antworten ich meinem jeweiligen Gegenüber ins Ort geschrien habe, die mit der Frage nichts zu tun hatten.
Nutzt natürlich auch bei allen Pflichten im Leben die Chancen des gemeinsamen Feierns und schließt niemanden aus. Was Feiern angeht, könnte ich sicherlich von Euch lernen.
5. Dieser heutige Tag
Was ich jetzt sage, habe ich geschrieben, bevor das Ereignis stattgefunden hat, was ich beschreibe. Das mag medienüblich sein, aber im Grunde lehne ich dieses Vorgehen ab. Als Legitimation dafür kann ich nur sagen, dass ich aus den Erfahrungen der letzten 30 Jahre eine Projektion vornehme. Nichts brenne ich lieber in meine Erinnerung ein als die stolzen Gesichter unserer Abiturienten bei ihrer Entlassung und den überaus erfreulichen Anblick, den Mädchen und Jungen heute bieten. Das allein rechtfertigt sogar schon den Stress, den ein solcher Auftritt wie dieser hier bei mir hervorruft. Jeder von Euch Abiturienten weiß, dass ich lieber im Hintergrund stehe.
Was könnte ich hier Kluges für Eure Zukunft von mir geben: Unsere größten Siege sind immer die über uns selbst! Oder: Steht zu Euren Versprechen! Denn ich hatte Herrn Mertens ein Versprechen gegeben, um ihn zu ködern, mit mir zusammen eine Stufe zu leiten, nämlich, dass ich diese Rede halte. Ja, Erich, dieses Versprechen habe ich jetzt eingelöst und die nächste Stufe wartet schon!
Hat jetzt jemand den Verdacht, dass ich ein versöhnliches Ende herbei reden möchte, harmonisiere oder gar Halbwahrheiten von mir gebe? Hier mag jeder denken, was er will! Wichtig ist mir, dass Ihr, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, mir glaubt. Es ist meine Wahrheit, dass ich zusammen mit Herrn Mertens gern Euer Stufenleiter war. Ihm und dem heimlichen 3. Mann in unserer Runde vielen Dank für die äußerst angenehme Zusammenarbeit. Firma Murk, die heute hier vertreten ist, vielen Dank dafür, dass sie uns immer sicher und sehr gut zu allen Zielen gebracht hat, die wir Tutoren gegen die gespielte Coolness der Stufe durchgesetzt haben. Maria, Dir vielen Dank für die Zeit, die Du für unsere Stufe aufgebracht hast. Bei den Eltern möchte ich mich für die angenehme Zusammenarbeit bedanken. Ich hoffe, dass gerade Sie heute stolz auf ihre Kinder sind und dass Sie bereit sind, sie nun gehen zu lassen. Jetzt kommt das Stück Weg, das Sie und wir nicht mehr so begleiten können wie bisher. Ihnen bleibt aber die Möglichkeit, Ihren Kindern weiterhin den Ort der Zuflucht, der Hilfe und der Heimat zu geben, an den sie immer wieder kommen können. Zudem sind die Grundlagen von Ihnen, liebe Eltern, und uns Lehrern gelegt. Mir bleiben die Spuren in meiner Erinnerung an ein gemeinsames Wegstück. Und nun wünschen Herr Mertens und ich Euch für die Zukunft von Herzen alles Gute, viel Erfolg, Gesundheit und Gottes Segen! Wir gratulieren Euch vielmals und mit Stolz zum bestandenen Abitur. Glaubt uns, wir haben mit gelitten. Wenn ich allein an letzten Freitag denke!
Vieles, was ich hier noch hätte sagen können, habe ich in den Gottesdienst einfließen lassen. Vergesst nicht, dass Euer Glaube an Gott Euch immer einen Halt geben kann und dass dieser in der Lage ist, Euer Leben heller und wärmer erscheinen zu lassen.
In Euren Charakterisierungen habe ich sehr oft gelesen: Bleib so, wie Du bist. Das wünsche ich Euch sicherlich auch, aber nur bezogen auf Eure Rolle in Euren freundschaftlichen Beziehungen. Nehmt Euch Zeit für Freundschaften. Denn wie sagt ein Sprichwort, das sogar eine Brücke zum Gottesdienst schlägt, so treffend: Freunde sind wie Licht auf einem langen Weg; sie machen ihn zwar nicht kürzer, aber heller. So wünschen wir Euch, dass Ihr von Euren Freundschaften, die Ihr hier in Steinfeld geschlossen habt, viele aufrecht erhalten könnt. Nie wieder wird Euch so viel Zeit für Freundschaften und gemeinsame Unternehmungen bleiben, wie Ihr sie zur Schulzeit hattet. Für Eure persönliche und berufliche Weiterentwicklung aber möchte ich zusammen mit Herrn Mertens sagen: Bleibt nicht so, wie Ihr jetzt seid! Sondern macht beruflich und persönlich etwas aus Euch und den Grundlagen, die wir gelegt haben, was Euch Erfüllung gibt, entwickelt Euch weiter und nehmt die Zukunft selbst in die Hand, indem Ihr gestaltet und mit verantwortet.
Das ist dann auch eine Bestätigung für meine Kollegen und mich. Denn wie ein letztes Zitat von John Ruskin (1819-1900) sagt: „Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir und andere dadurch werden.“
Uns so sagen Euch Eure beiden Ex-Tutoren von Herzen! Gott segne Euch! Lebt wohl!
Burkhard Ohlerth












