Polizei am HJK
Gesundheitserziehung in Theorie und Praxis
Herr Heß, Polizeihauptkommissar der Polizeiinspektion Euskirchen, führte auch in diesem Jahr ein dreitägiges Projekt für die Schüler-innen der Klassen 8 durch:
Nach einer Schilderung über die „Drogenszene“ im Kreis Euskirchen stellte er die Wirkungen von legalen Drogen auf den Organismus vor. Zu diesen legalen Suchtstoffen zählen Alkohol, Nikotin, Medikamente, Coffein, Schnüffelstoffe und biogene Drogen.
Belegt durch Beispiele, Erfahrungen aus dem Berufsalltag und kurze Filmsequenzen, schilderte Herr Heß die Folgen des Konsums für den jugendlichen Körper. Aber auch die Schüler – innen konnten durch erste eigene Erfahrungen – vor allem im Umgang mit Alkohol und Rauchen – diesen theoretischen Teil aktiv mitgestalten. Diskutiert wurde über das Einstiegsalter, die Abbauzeit von Drogen, Auswirkungen auf den Kraftfahrzeuggebrauch, gesetzliche Bestimmungen im Jugendschutzgesetz und Neuigkeiten hierzu. Schließlich wurden noch rechtliche Konsequenzen bei Missbrauch erörtert (z.B.:Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis).
Richtig spannend wurde es dann im 2. Theorieteil, dem Themenfeld „illegale Drogen“.
Den vielen Halbinformationen, Gerüchten, aber auch Fehlinformationen – vor allem aus dem Internet - konnte Herr Heß kompetent begegnen. Dass diese illegalen Suchtstoffe auch hier bei uns problemlos erhältlich sind, das war für alle noch gesichertes Wissen.
Aber:
- Cannabisprodukte enthalten heute die 2-3 fachen Wirkstoffkonzentrationen auf Grund von Neuzüchtungen. Diese jetzt um ein vielfaches stärkeren – nicht mehr beherrschbaren – Auswirkungen auf Körper und Seele wurden durch Berichte, Fallstudien ( Filmbeobachtungen ) von Abhängigen nachgewiesen. So wurden unsere Schüler – innen durch die Auswertungen von Tierexperimenten, Bildfolgen über gesundheitliche Langzeitschäden und Interviews mit behandelnden Ärzten zunehmend nachdenklicher, reagierten betroffen und ablehnend.
- Synthetische Drogen ( LSD, Ecstasy ), Kokain, Opiate und biogene Drogen wurden in gleicher Weise wie das „Cannabis – Beispiel“ vorgestellt.
- Am Beispiel der sog. KO - Tropfen („Vergewaltigungsdroge“) äußerten die Jugendlichen die Sorge, ungewollt diesen Drogen zum Opfer zu fallen. Auch hier konnte Herr Heß den Schülern – innen ihre Angst – durch praxisnahe Hinweise zu einem vorbeugenden Verhalten ( Selbstschutz ) – nehmen. -
Danach ging es raus,...in die Praxis.
Im Kastanienhof mussten alle möglichst genau auf einem breiten Kreidestrich hin und zurück gehen und einen selbst hochgeworfenen Ball wieder auffangen. Kein Problem dachten wir, nur… die dabei zu benutzenden „Rauschbrillen“ simulierten einen Drogenkonsum (z.B. ca. 1-1,5‰ Alkohol).
Die Ergebnisse waren ein Katastrophe. Ein koordiniertes Gehen war niemandem möglich, das Auffangen des Balls gelang keinem. Alle lachten, so komisch – hilflos bewegten wir uns.
Aber auch Nachdenklichkeit machte sich breit. Vor allem beim abschließenden Slalomfahren mit dem Kettcar. Nur wenige schafften den Parcours fehlerfrei. In diesem Zustand mit dem Mofa oder gar mit dem Auto fahren?,... undenkbar, hierin waren sich alle Schüler – innen einig.
So endete der Vormittag; alle hatten viel gelernt; Wissen vermehrt – aber auch praktische Erfahrungen gesammelt.
Wir danken Herrn Heß… es war super!
p.s: Die Fahrten mit dem Kettcar ohne Rauschbrille waren leider viel zu kurz!
Bernd Arenfeld

