Wortgottesdienst der Schule: Zum Tod von Herrn Heinz-Theo Deutsch
am 14.09.09 um 08.00 Uhr in der Basilika
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir geben der Trauer über den Tod von Herrn Deutsch ein Gesicht, wenn wir uns sein Wirken an unserer Schule kurz vergegenwärtigen. Dass hier eine angemessene Würdigung nicht möglich ist, setze ich voraus. Herr Deutsch selbst, Schulleitung und Kollegium wussten, dass seine Gesundheit nicht stabil war, aber sein plötzlicher Tod kam völlig unerwartet.
Herr Deutsch wurde am 17.12.1953 in Köln-Lindenthal geboren. 1973 erwarb er in Frechen das Abitur, an der Universität Köln studierte er Deutsch und Philosophie. Er heiratete 1980 in Kerpen. Nach Abschluss der Referendarzeit kam er 1982 als Lehrer an das Hermann-Josef-Kolleg nach Steinfeld. So war er 27 Jahre Lehrer unserer Schule, als er am vergangenen Wochenende im Alter von 55 Jahren starb. Zwei erwachsene Töchter trauern über den Verlust ihres Vaters.
Mit Herrn Deutsch haben wir einen Lehrer verloren, der Schülerinnen und Schülern stets sehr freundlich begegnete. Ihm ging es immer in erster Linie um das Wohl und die Förderung seiner Schüler. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit ihm vor etlichen Jahren, in dem er mir sagte, wie schwer es ihm falle, schlechte Noten zu geben. Das Wohlwollen gegenüber Schülern habe ich in vielen gemeinsamen Abiturprüfungen im Fach Philosophie erlebt. Es steht auch außer Frage, dass er in seinen Fächern Deutsch und Philosophie guten Unterricht erteilte, d. h. die Schülerinteressen und das fachwissenschaftlich Erforderliche und menschliche Verbindlichkeit zu Leitmotiven des Unterrichts machte. Mit Herrn Deutsch haben Schulleitung und die Lehrerinnen und Lehrer einen Kollegen verloren, der mit großem Pflichtbewusstsein und großer Verantwortung seinen Dienst an der Schule verrichtete. Seinem eher ruhigen Charakter entsprechend war er auch im Kollegium eher einer der Stillen. Im letzten Jahr hat er mit viel Einsatz an Zeit und Energie ein neues computergestütztes Verwaltungsprogramm an der Schule eingeführt, das die Verwaltung in hohem Maße vereinfachte. Diese Leistung hat der Schulträger mit einer Beförderung belohnt. Der plötzliche Tod von Herrn Deutsch stellt das Ergebnis seines Engagements zunächst in Frage. Wir hoffen dennoch, dass seine Mühe für die Vereinfachung der Schulverwaltung nicht vergeblich war.
Nun stehen wir vor Gott da: Tief traurig und wir verstehen auch nicht, warum uns Herr Deutsch durch den Tod entrissen wurde. Unser christlicher Glaube aber sagt uns, dass kein Mensch zufällig stirbt. Gott hat ihn zu sich gerufen, das Warum bleibt uns verborgen, aber wir sind sicher, dass er nun bei Gott ist und die tiefste Sehnsucht all seines menschlichen Strebens sich erfüllt hat! Unser christlicher Glaube sagt uns außerdem, dass uns Herr Deutsch jetzt nahe ist; denn unsere Toten leben gleichsam in der Seinsweise Gottes, das heißt, sie sind uns näher, als sie es während ihres irdischen Lebens waren.
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Damen und Herren des Kollegiums, es fällt uns allen nicht leicht, jetzt zu glauben, dass der Tod nicht Ende, sondern Tor zu unvergänglichem Leben ist, das den Tod endgültig überwunden hat. Herr Deutsch hat dieses Tor durchschritten – gönnen wir ihm die Vollendung all seines guten Strebens und Sehnens jetzt bei Gott!
(P. Hermann Preußner SDS)



