"Der Untergang"
"Harter Tobak" im alten Troja
"Harter Tobak" im alten Troja
Von Bernhard Romanowski, 08.03.09, 17:45h
Die Schüler setzten das Stück "Der Untergang" gekonnt in Szene. Rhetorik-Professor Walter Jens erzählt darin die Geschichte aus Sicht der Frauen.
KALL-STEINFELD
Die Sage um die Eroberung Trojas ist seit der Verfilmung mit Brad Pitt auch einem breiteren Publikum bekannt. Pitt mimte darin den griechischen Helden Achilles mit blonder Mähne und gestähltem Körper. Seinem Widersacher Hector heizte er mächtig ein. Frauen durften in diesem Film, bis auf eine gute Figur, wenig machen.
Ganz anders stellte sich diese Geschichte am Freitag in Steinfeld dar. Dort hatten sich die Mitglieder der Theater-AG des Hermann-Josef-Kollegs unter der Leitung von Anna Maria Kirfel des Stoffs angenommen. In der Schulaula brachten sie das Stück "Der Untergang" von Walter Jens zur Aufführung. Ihr Anliegen war es, die Sicht der Frauen auf die Geschehnisse im alten Troja herauszustellen. Zuvor hatten sich die jungen Theaterfreunde auch mit dem Stück "Die Troerinnen" des griechischen Tragödiendichters Euripides beschäftigt, das wiederum als Vorlage für "Der Untergang" gilt. Alles in allem also "harter Toback", wie Hauptdarstellerin Vera Jütten aus der Jahrgangsstufe 13 es ausdrückte.
Schwere Kost
"Das geht unter die Haut", war sich auch die AG-Leiterin Kirfel am Freitag im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sicher. Man wolle verdeutlichen, wie seinerzeit die Frauen drangsaliert und geknechtet, misshandelt und missbraucht wurden. Laut Kirfel hat sich Rhetorik-Professor Walter Jens als Autor eben diese weibliche Perspektive zu Eigen gemacht. Mit ihrer Stückwahl traf Kirfel anfangs vielleicht nicht ganz den Geschmack ihrer Schützlinge. Nach und nach aber fanden die jungen Schauspieltalente doch immer mehr Freude an dem ernsten Stück. Nicht zuletzt Vera Jütten als Hekabe war mit vollem Eifer dabei und in dieser Rolle in allen fünf Akten präsent.
Als weitere trojanische Frauen waren am Freitag Sabine Tröster, Judith Paetsch, Rebecca Hambach, Swantje Kaiser, Bianca Lux, Nadine Krings, Meike Hensch, Jule Sauer und Katharina Savelsberg zu sehen sowie Jana Krings, die auch als Kommentatorin fungierte. Christina Poth agierte als Seherin Kassandra, Miriam Klinkhammer als schöne Helena.
Als Poseidon mit Dreizack war Gereon Knutzen zu sehen. Michael Kratz spielte einen griechischen Soldaten, dem im Laufe der Handlung langsam Zweifel an der Behandlung der Frauen kommen. "Theater-Neuling" Marcel Heinen bediente das Schlagzeug, und Miriam Miesen soufflierte, während sich Matthias Stabel und Frederic Gieselbach um die Technik kümmerten. Allen gemeinsam wurde am Freitagabend ein Riesenbeifall für ihre gelungene Aufführung zuteil.
Quelle: http://www.euskirchen-online.ksta.de/html/seiten/994342717939/
Untergang Trojas aus der Sicht der Frauen
Untergang Trojas aus der Sicht der Frauen
Von DAVID DREIMÜLLER, 09.03.09, 07:06h
STEINFELD. Mit tosendem Beifall honorierte das Publikum die Leistung der Jungschauspieler aus der Theater-AG des Hermann-Josef-Kollegs. Den minutenlangen Applaus hatte sich die Schauspieltruppe um Lehrerin Anna Maria Kirfel auch redlich verdient. Schließlich führten die Schauspieler mit Walter Jens' "Der Untergang" - angelehnt an die Troerinnen des Euripides - ein klassisches antikes Drama in fünf Akten auf.
"Es war gut, es war mal etwas anderes", zeigte sich Schauspieler Michael Kratz zufrieden. So handelt das Drama vom Untergang Trojas aus der Perspektive der Frauen. "Sie sind die Leidtragenden des Krieges", so Leiterin Anna Maria Kirfel. "Ich kannte das Stück bereits, es ist unheimlich aktuell", setzt Kirfel das Drama in Relation zum aktuellen Weltgeschehen.
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Schüler bei der Gestaltung des Bühnenbildes an realen Schauplätzen orientierten und so etwa eine Requisite nach einem Zeitungsbild aus dem Irak malten. Selbst die Muscheln, die den Strand des antiken Trojas schmückten, brachten die Schüler von Zuhause mit. Lob erhielten die Jungschauspieler, neben dem Applaus des Publikums, vor allem von Anna Maria Kirfel. "Das Team ist eingespielt und ausdrucksmäßig sehr stark - gerade bei schwierigen Emotionen", fand die Lehrerin lobende Worte für das mimische Talent ihrer Schüler. Ein Jahr lang probten die 20 Schüler für das schwierige Stück. "Das war schon ein Spagat für
die Schüler", berichtet die Lehrerin von den manchmal schwierigen Umständen. So sei es nicht immer leicht gewesen, die Proben mit dem Unterricht der Schüler aus den Stufen fünf bis 13 zu vereinen, so dass selten mit der kompletten AG geprobt werden konnte. "Man ist schon nervös", berichtet Lehrerin Anna Maria Kirfel nach der zweistündigen Aufführung mit einem befreienden Lächeln von der Anspannung der letzten Tage und Stunden. Zwar werden die Schüler der Jahrgangsstufe 13 die Theater-AG im Sommer verlassen, jedoch zeigte die Aufführung, dass der schauspielerische Nachwuchs aus den unteren Klassen bereits in den Startlöchern steckt.
Folgende Schüler der Stufen fünf bis 13 wirkten am Theaterstück mit:
Gereon Knutzen, Vera Jütten, Tobias Knips, Christina Poth, Katharina Savelsberg, Sabine Tröster, Nora Matschat, Miriam Klinkhammer, Judith Paetsch, Michael Kratz, Jana Krings, Rebecca Hambach, Sabine Tröster, Swantje Kaiser, Bianca Lux, Nadine Krings, Meike Hensch, Jule Sauer, Frederic Gieselbach, Marcel Heinen, Matthias Stabel, Miriam Niesen, Leitung: Anna Maria Kirfel.
Quelle: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1233594811332.shtml

