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Freitag, 12.03.2010

Demokratie stärken

Rechtsextremismus bekämpfen

 

 

 

Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen

 

Im Zeitraum vom 20.4.-30.4.2009 hatten die Schülerinnen und Schüler des HJK die Gelegenheit, die Ausstellung  „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ in der Aula zu besuchen.

Die Ausstellung war im oben genannten Zeitraum für interessierte Schülerinnen und Schüler in der Aula in der großen Pause einsehbar. Außerdem wurden im Rahmen des Unterrichts für die Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 8 Führungen durch die Ausstellung angeboten.

Abgerundet wurde die Ausstellung mit einer Abschlusskundgebung in der Aula, bei der ca. 150 Schüler aus Klassen bzw. Kursen der Jahrgangsstufen 9, 10 und 12 anwesend waren. Geleitet und gestaltet wurde die Abschlusskundgebung von den Schülerinnen und Schülern der Menschenrechte-AG.

Die speziell für Jugendliche (ab 14 Jahre) gestaltete Wanderausstellung des Forums Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung weist auf 15 Ausstellungstafeln auf die Gefahren hin, die vom Rechtsextremismus für Demokratie und Menschenrechte ausgehen.

Intention der Ausstellung ist es, die Jugendlichen darauf hinzuweisen, dass Rechtsextremismus eine Gefahr für unsere Demokratie und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft darstellt. Die Ausstellung möchte Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren darüber hinaus auf die verschiedenen Facetten des Rechtsextremismus mit speziellem Fokus auf Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen informieren. Es werden mögliche Gründe für und die Ausprägungen von rechtsextremen Einstellungen und Weltbildern dargestellt und aufgezeigt, welche Formen rechtsextremes Verhalten annehmen kann. Dabei wird der Bogen von rechtsextremen Einstellungen über das Engagement in rechtsextremen Organisationen und Parteien bis hin zur rechtsextrem motivierten Straftaten geschlagen. Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt darauf, aufzuzeigen, wie man sich gegen Rassismus und Gewalt und für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen kann. Die Ausstellung möchte gegen eine Normalisierung rechter Einstellungen ermuntern.

 

Wir müssen reden ... über Nazis

Wir müssen reden ... über Nazis

Der folgende Textauszug war Einleitungsteil einer Rede, die von der Menschenrechtsgruppe anlässlich der Ausstellung „Rechtsextremismus bekämpfen – Demokratie stärken“ am 30.4.2009 in der Aula gehalten wurde.

 

Wir müssen reden … über Nazis.

Ihr habt Euch die Ausstellung hinter Euch angesehen und Euch mit der Thematik beschäftigt. Ob mit Lehrern oder Schülern – ich denke, jeder von Euch hat sich mit dem Thema befasst. „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ ist der Titel dieser Ausstellung. Aber was ist eigentlich Rechtsextremismus? Und wo kommen wir überhaupt mit ihm in Berührung? Es gibt verschiedene Definitionen für „Rechtsextremismus“. Der Begriff ist mehrdeutig und unpräzise. Trotzdem lässt sich rechtsextremes Denken auf einen Kern reduzieren: Es lehnt die Freiheit und die Gleichheit (bzw. Gleichwertigkeit) aller Menschen grundsätzlich ab. Diese Denkweise lehnt alles ab, was wir in unserer Demokratie gewohnt sind. Die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Menschen gehört zu unserer Demokratie und ist ein wichtiger Teil von dieser. Die Würde eines Jeden ist dabei unantastbar. Behinderte und Nichtbehinderte, Frauen und Männer, Ausländer und Deutsche, Christen und Muslime, Juden und Atheisten, Kranke und Gesunde, Kinder wie Erwachsene. Sie alle sind gleich an Würde und Wert. Es gibt kein Leben, das mehr oder weniger wert ist, und wir lehnen die Idee, dass es „Leben zweiter Klasse“ oder gar „unwertes Leben“ gibt, ab.

Die Menschenwürde, die als wichtigster Bestandteil im Grundgesetz verankert ist, wird von Rechtsextremen radikal abgelehnt. Rechtsextremes Denken ist eine Kombination von verschiedenen, inhumanen Einstellungen; beispielsweise Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus, Sexismus (Diskriminierung aufgrund des Geschlechts), Autoritarismus (Befürwortung einer Diktatur) und Chauvinismus (der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe). Neonazis fordern eine Volksgemeinschaft und grenzen dabei nicht nur jeden Menschen aus, der von ihrer Ideologie abweicht, sondern gehen auch mit Gewalt gegen ihn vor. Zu den „Ausgegrenzten“ gehören zum Beispiel Farbige, Schwule, Behinderte, Juden und auch alle jene, die nicht die rechte Meinung vertreten, denn nach dem Grundsatz von Rechtsextremen gibt es nur eine absolute Meinung. Im rechtsextremen Weltbild werden Minderheiten verfolgt und völkische Ideen vertreten.

            Rechtsextremismus ist heute kein Ost- und auch kein Jugendproblem mehr, als das er oft verharmlost wird. Es gibt rechte Neigungen in ALLEN Bundesländern und in ALLEN gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. So sehen zum Beispiel viele Menschen Ausländer als Sozialschmarotzer an und denken, dass Deutschland eine große, starke Partei benötige. In unabhängigen Umfragen gaben 18% der Befragten an, dass der Einfluss von Juden zu groß sei. Die folgenden Texte sollen ein Problembewusstsein schaffen…