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Freitag, 12.03.2010

Abitur 2009

Abiturienten

Abiturienten 2009

1.   Bergmann Max Waldorf
2.   Brüggemann Manohar Remagen
3.   Bungartz Tobias Dahlem
4.   Conrads Michael Zehnstelle
5.   Decker Johannes Blankenheim
6.   Dederichs Alexander Berk
7.   Eisemann Julia Kall
8.   Epp Konstantin Blankenheimerdorf
9.   Falkenberg Vanessa Schmidtheim
10.   Frackmann Vincent Urft
11.   Friesen Anna Blankenheim
12.   Garbes Daniela Nettersheim
13.   Gehlen Martin Wahlen
14.   Gobelius Katrin Dahlem
15.   Goebel Sven Kall
16.   Griesberg Daniela Tondorf
17.   Haas Sebastian Oberdalmerscheid
18.   Hamacher Diana Wallenthal
19.   Härtwig Sven Troisdorf
20.   Heinen Marcel Kall
21.   Heinz Carsten Nettersheim
22.   Hellendahl Alexander Uedelhoven
23.   Hensch Ann Katrin Keldenich
24.   Hermeling Iris Freilingen
25.   Hoff Sonja Kall
26.   Hoffmann Jan Tondorf
27.   Jenniches Alexander Hahnenberg
28.   Jütten Vera Ripsdorf
29.   Kanzler Robert Kall
30.   Kirfel Kristina Keldenich
31.   Kleefisch Melanie Schmidtheim
32.   Klink Lisa Feusdorf
33.   Klinkhammer Sarah Sistig
34.   Knips Tobias Steinfeld
35.   Könn Fabian Hecken
36.   Kranz Ruth Marmagen
37.   Kremer Eva Freilingen
38.   Lang Daniela Wahlen
39.   Latz Anna Keldenich
40.   Laux Daniel Gemünd
41.   Laux Hanna Kall
42.   Matschat Nora Lorbach
43.   Mauel Maren Waldorf
44.   Maus Alexandra Tondorf
45.   Meyer Sarah Nettersheim
46.   Mielich Hermann Kall
47.   Miesen Miriam Marmagen
48.   Milz Christina Marmagen
49.   Müller Nadja Sistig
50.   Napetschnig David Kall
51.   Nelles Kerstin Nettersheim
52.   Nowak Stephanie Blankenheim
53.   Ohlerth Ann-Katrin Marmagen
54.   Poensgen Carmen Nettersheim
55.   Pütter Isabelle Nettersheim
56.   Raasch Etienne Dollendorf
57.   Reimche Eduard Blankenheim
58.   Renn Julia Marmagen
59.   Rosenbaum Oliver Zingsheim
60.   Salentin Corinna Marmagen
61.   Schild Benedikt Winten
62.   Schneider Annika Urft
63.   Schneider Stephan Buir
64.   Schröder Isabel Freilingen
65.   Schröder Maximilian Hüngersdorf
66.   Schumacher Katharina Kall
67.   Sistig Svenja Nettersheim
68.   Steffens Sarah Keldenich
69.   Stein Verena Uedelhoven
70.   Steinbusch Jana Kall
71.   Thomé Philipp Lommersdorf
72.   Vogt Stephan Kamp-Lintfort
73.   Weber Tobias Sieberath
74.   Weimbs Annika Dickerscheid
75.   Wiedenau Julia Rinnen
76.   Wilke Alica Nettersheim
77.   Wilkens Maike Kall
78.   Zimmer Patrick Sistig

 

Drei Abiturienten/Abiturientinnen möchten ungenannt bleiben.

Kleine Statistik:

Den besten Abschluss erzielten die beiden Schülerinnen Jana Steinbusch und Katrin Gobelius mit einem Durchschnitt von 1,0.

Insgesamt ergibt sich folgende Verteilung:

 1,0-1,5 => 8 Schüler

1,5-2,4 => 23 Schüler

2,5-3,5 => 43 Schüler

unter 3,5 => 7 Schüler

Abiturgottesdienst

Feierlicher Gottesdienst zur Verabschiedung der Abiturienten 2009 des Hermann-Josef-Kollegs in der Basilika Steinfeld am 27.06.09             

 

Die Messe der Abiturienten, Familien, Angehörigen, Freunde sowie der Mitarbeiter und Lehrer der Schule wird zelebriert durch den Schulleiter des Hermann-Josef-Kollegs, Pater Heribert Kerschgens, sowie durch die Konzelebranten: Pater Paul, Pater Preußner, Pater Bernhard, Pater Robert, Pater Pankratius und dem Provinzial des Ordens, Pater Zielinski. 

Zwei Leitgedanken stehen im Zentrum der Messfeier:

- jeder Einzelne ist zu verstehen als ein Teil eines Puzzles

- die geöffnete Hand Gottes bietet Hilfe, bietet Schutz

 

„Meine offene Hand möchte ich Ihnen gerne entgegen halten.“

Predigt des Schulleiters Pater Heribert Kerschgens zur Verabschiedung der Abiturienten 2009

 

Der Gottesdienst, der am vergangenen Samstag, 27.06.09, um 10:00 Uhr in der Basilika in Steinfeld gefeiert wurde, war in diesem Jahr eine Abschiedsfeier im doppelten Sinne. Zum einen wurden in der feierlichen Messe die diesjährigen Abiturienten zum Ende ihrer Schullaufbahn von der Schule verabschiedet. Zum anderen verabschiedete sich aber auch der Schulleiter, Pater Heribert Kerschgens, von der Schulgemeinschaft, weil er mit dem kommenden Schuljahr eine neue Aufgabe im Bereich Schule und für die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer in Köln übernehmen wird.

Doch der Abschied, den Pater Heribert in seiner Predigt an die Abiturienten formulierte, sollte nicht als ein Abschied für immer verstanden werden. Den zentralen Leitgedanken der Messe von der geöffneten Hand aufgreifend sagte der Direktor in seiner Predigt zu den Schülern: „Meine offene Hand möchte ich Ihnen gerne entgegen halten.“ Er sei sich sicher, den einen oder anderen im Rahmen seiner Tätigkeit in Köln in der Zukunft einmal wieder zu sehen. Und gleichzeitig betonte er, dass er sich freuen würde, auch in den Schülern Menschen zu begegnen, die die Hand immer offen halten würden.

Seinen Ausgang hatte dieses Bild der geöffneten Hand zu Beginn der Predigt genommen, als der Schulleiter die beiden zentralen Leitgedanken, die die Schüler sich für ihren Gottesdienst gewählt hatten, in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. Mit Bezug auf die von den Schülern erstellte Abiturzeitung, die zu einem Großteil aus den Charakterisierungen von Mitschülern besteht, sprach Pater Heribert Kerschgens von einem bunten Bild, vergleichbar einem Puzzle, das in diesen Darstellungen entsteht. Zusätzlich, so betonte der Schulleiter, müsse den vielen Einzelbeschreibungen der Schüler aber eine weitere, gleichsam universelle Charakterisierung, die auf jeden Einzelnen von ihnen passt, hinzugefügt werden. Diese lässt sich mit der folgenden Aussage zusammenfassen: „Der macht immer nur die Hand auf.“

Eine solche Beschreibung provoziert sicherlich erst einmal Erstaunen. Aus diesem Grund ließ der Schulleiter auch sehr schnell eine klare Begründung für seine Charakterisierung folgen. Zum einen habe er die Stufe im Schulalltag in dieser Weise immer wieder erlebt, die zweite Begründung aber geht tiefer und macht konkreter die wahre symbolische Bedeutung dieser Beschreibung deutlich. Die offene Hand ist auch gleichzusetzen mit der Hand Gottes und diese bedeutet für uns Menschen Schutz und Hilfe. So formulierte auch der Prophet Jesaja in dem Bibeltext, den sich die Schüler als zweite Lesung für ihren Gottesdienst ausgesucht hatten: „Gott der Herr, der dich ins Leben gerufen hat und dich begleitet hat, sagt zu dir: ‚Fürchte dich nicht, denn ich habe dich befreit und halte meine schützende Hand über dich.’“ (Jesaja, 43,1-5). Auch im Evangelium der Messe war dieses Motiv zentral: Jesus legt den Kindern seine schützenden Hände auf.

Wie aber, so fuhr Pater Heribert Kerschgen in seiner Predigt fort, sei dieses Hilfsangebot Gottes in Zeiten der Krise zu verstehen? Wie können wir dieses Angebot begreifen, wenn wir an die Puzzlestücke, die verloren gehen, d.h. an die Menschen denken, die uns trotz des Schutzes Gottes schon verlassen haben. Durch einen tragischen Verkehrsunfall hatte die Jahrgangsstufe einen ihrer Mitschüler vor fast einem Jahr verloren. Hier sei das Angebot Gottes, so Pater Kerschgens, tiefer zu verstehen. Gottes Hand ist immer für uns Menschen offen, auch, wenn es uns nicht bewusst ist. Mit Gott können wir Menschen nämlich nicht ins Bodenlose fallen und auch der Tod wird von Gott aufgefangen, weil er von ihm in das ewige Leben verwandelt wird.

Dieser Schutz, diese Hilfe, so führte Pater Kerschgens weiter aus, lässt sich selbstverständlich auch im Bild von dem zuvor erwähnten Puzzle weiterdenken. Das Puzzle bietet Hilfe und Halt, auch wenn sich einzelne Stellen verändern. Herausgefallene Steine können natürlich nicht identisch gefüllt werden, weil jedes seiner Teile einmalig ist. Das Puzzle als Ganzes hält aber auch weiterhin zusammen, weil jedes Teil mit seinen Ecken und Kanten, sich zu seinem Nachbarn hin öffnet und Halt bietet. 

In gleicher Weise vermögen dies die geöffneten Hände der Menschen, wenn sie Zusammenhalt und Gemeinschaft möglich machen. Egoismus, Intoleranz und Dummheit dagegen machen Zusammenhalt unmöglich. Dort, wo Gemeinschaft in Zeiten der Krise zusammenhält, da zeigt sich auch das Mitgehen Gottes. Und so nahm der Schulleiter zum Abschluss seiner Predigt wieder Bezug zu seinen Eingangsworten. Die Jahrgangsstufe der Abiturienten habe Zusammenhalt gelebt. In entscheidenden Momenten haben alle bewiesen, dass sie die Hände aufhalten für andere.  

Dies mögen sich die Schülerinnen und Schüler auch für ihre Zukunft bewahren. Offene Hände bedeuten Stütze, Halt und aufgefangen werden. Auch in Zukunft sollen die jungen Menschen ihre Hände nicht verschließen, den Kontakt zueinander halten, denn sonst droht das Puzzle doch auseinander zu brechen. Gleichzeitig formuliert der Schulleiter für seine Schüler den Wunsch, dass die jungen Menschen in ihrem Leben auch offenen Händen begegnen, dass sie aber auch selber den Mut haben, offene Hände zu ergreifen. Die Hand Gottes ist immer da und auch die Hand von Pater Heribert Kerschgens wird in Zukunft immer für die jungen Menschen geöffnet bleiben.

M. Michels

Rede Jgst.leiterin

Festrede der Jahrgangsstufenleiterin Frau Tiesarzik

 

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten noch einmal herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur.

Alle Anwesenden möchte ich zur heutigen Abiturfeier herzlich begrüßen.

Da die Schüler mich gebeten haben, die Rede proportional zu meiner Größe zu halten, sprich, „Das Geschwafel nicht unnötig in die Länge zu ziehen!“, rede ich nicht lange herum:

Kennen Sie das Gefühl: Der Magen zieht sich zusammen, der Atem geht stoßweise, man hört das Blut in den Ohren rauschen und der Schweiß tritt einem auf die Stirn….

ANGST!

In der Psychologie unterscheidet Riemann vier Typen von Angst.

  • Die Angst vor Veränderung – Angst haben vor dem Unbekannten
  • Die Angst vor Stagnation – Angst vor dem Motto: Das soll es schon gewesen sein?
  • Die Angst vor Selbsthingabe – sich selbst zu verlieren auf dem Weg zu anderen
  • Die Angst vor Selbstwerdung -  sich selbst zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen und andere zu verlieren 

Ängste gehören unausweichlich zu unserem Leben. Es ist evolutiv gesehen, sogar eine sehr sinnvolle Emotion, da sie uns vor Gefahren warnt. Aber sie hat definitiv zwei Seiten: Einerseits kann sie uns lähmen, andererseits kann sie uns aktiv machen.  Also hat sie nicht nur die Aufgabe uns zu warnen, sondern auch uns aufzufordern, den Impuls zu überwinden und etwas zu tun.

Wenn wir unsere Ängste annehmen können, machen wir einen weiteren Schritt in unserer Entwicklung, wir reifen. Wenn wir unseren Ängsten dagegen ausweichen, so führt dies zu einer Art Stagnation. 

Ängste gehören zu all unseren Lebensabschnitten. Erinnert euch an den ersten Tag im Kindergarten oder den ersten Schultag. Auf der einen Seite die Freude auf etwas Neues, was Aufregendes. Auf der anderen Seite raus aus dem sicheren Zuhause und hinein ins Unbekannte. Wie sind die anderen Kinder, werden sie mich mögen? Finde ich das Klo rechtzeitig?

Aber ihr habt es geschafft.  

Denkt zurück an die Phase der Pubertät, die Zeit, in der man den Kontakt mit dem anderen Geschlecht aufnimmt. Der Nervenkitzel ob man gefällt oder auch nicht. Die Gratwanderung zwischen Hingabe und Bewahrung der eigenen Identität.

Solche Beispiele gibt es viele, und es würde vermutlich jeden Zeitrahmen sprengen, diese alle zu beleuchten.  

Aber heute steht ihr wieder an einem solchen Punkt in eurem Leben. Wie oft habe ich den Spruch in den letzten Wochen gehört: „Gott sei Dank, 13 Jahre Schule….endlich ist es vorbei.“

Wie gut ich das nachvollziehen kann. ;-) 

Ihr freut auf etwas Neues: Studium, Beruf, Auslandsaufenthalte……..Aber sicherlich wird bei dem ein oder anderen auch eine leise Stimme melden, die zweifelt:, hmmm….was wohl jetzt kommt, werden sich meine Pläne realisieren lassen, werde ich den Kontakt zu meinen alten Freunden aufrecht erhalten können? Bekomme ich den gewünschten Studienplatz? Etc.

Ihr könnt mir glauben, das wird nicht das letzte Mal sein, dass ihr solche zwiespältigen Gefühle habt. Ihr  werdet euren Weg gehen. Ihr habt euch bisher vielen Herausforderungen gestellt und habt es bis hierhin geschafft. Es gibt einen schönen Spruch, dass Eltern ihren Kindern zwei Dinge mitgeben sollten: Wurzeln und Flügel. Eure Eltern werden das Beste getan haben, um euch bis hier hin zu begleiten. Auch sie haben viele Ängste ausgestanden.

Wir Lehrer haben uns bemüht, eure Wurzeln zu stärken und euch Werkzeug an die Hand zu geben, um eure Flügel besser einsetzen zu können.  

Eine meiner Lieblingssendungen war immer „Löwenzahn“ mit Peter Lustig. An eine Geschichte kann ich mich noch sehr gut erinnern, an die vom Kieselstein Friedolin.  

Friedolin war ursprünglich ein Teil eines Gesteinmassivs, welches am Rande eines Flusses stand. Eines Tages nun hatten Wind und Wetter das Gestein so bearbeitet, dass ein Stück herausbrach: Friedolin. Friedolin kullerte den Hang herunter, und landete mit einem kleinen Platsch im Fluss. Die Strömung züngelte an ihm vorbei und trieb ihn ein Stück weiter flussabwärts. An manchen Kurven des Flusses blieb er eine Zeit lang liegen und merkte, wie das Wasser an ihm vorüber glitt. Nach einiger Zeit merkte er, dass er einige seiner harten Kanten verloren hatte. So verlief Friedolins Dasein. An manchen Stellen ließ er sich treiben, an manchen Stellen bot der dem Wasser Widerstand. Und nach und nach wurde aus einem Stück harter, kantiger Felswand, ein glatter, glänzender Kieselstein.

Haltet es wie Friedolin: Stürzt euch ins Leben, lasst euch davon mitreißen, nutzt die Gelegenheiten, die sich euch bieten. Nehmt die Begegnungen und Ereignisse um an ihnen zu wachsen und sich von ihnen ein wenig schleifen zu lassen. Aber vor allen Dingen bietet auch immer ein wenig Widerstand. Seid euer eigenes Korrektiv, so dass ihr euch immer noch im Spiegel in die Augen sehen könnt, sucht euch Freunde, die es ehrlich mit euch meinen, und vergesst nie: Genießt das Leben und bleibt immer ihr selbst.

In diesem Sinne heiße ich euch willkommen im Leben der Erwachsenen.

 

Rede Schülervertreter

Abiturrede der Schülervertreter

 

Geschrieben und gehalten von Jana Steinbusch und Stephan Schneider 

Liebe Mitabiturientinnen und -abiturienten,

Liebe Eltern, Verwandte und Freunde,

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,

Sehr geehrter Pater Provinzial,

Sehr geehrter Pater Preußner,

Sehr geehrter Pater Heribert.

Aller Anfang ist schwer, so war es in Steinfeld zu Beginn unserer Schulzeit am H-J-K, so wird es beim Beginn des Studiums oder der Ausbildung sein und so ist es - wie könnte es auch anders sein - mit dieser Rede.

So dachten wir uns, dass wir unsere Einleitung dort suchen, wo die Schwierigkeit liegt, nämlich im Anfang.

Ziemlich am Anfang.

Jeder erinnert sich wohl, dass in der Grundschule - obwohl wir von so vielen verschiedenen kleineren und größeren Orten, manche behaupten sogar Städten (-;, kommen - die Lesebücher oft versuchten, uns kleinen noch völlig unbedarften und wertfreien “Pänz” das richtige Maß an Moral mithilfe von Fabeln beizubringen.

Dazu greifen wir nun ein Gedicht von Wilhelm Busch auf, in dem uns ebenfalls zwei Tiere, der Fink und der Frosch, eine Art Lektion erteilen und uns gleichzeitig zwei unterschiedliche Perspektiven auf unsere jetzige Situation eröffnen.

Im Apfelbaume pfeift der Fink

Sein pinkepink !

Ein Laubfrosch klettert mühsam nach

Bis auf des Baumes Blätterdach

Und bläht sich auf und quackt Ja, ja

Herr Nachbar, ich bin auch noch da !

Der Laubfrosch, das sind dann wohl wir Schüler zu Beginn unserer Zeit hier.

Im wahrsten Sinne des Wortes noch grasgrün hinter den Ohren, nur laut am herumquäken und neidisch auf unseren Nachbarn - oder höhere Klassen - schielend, der das Abitur oder zumindest die Klasse 10 schon in der Tasche hatte.

He, jetzt kommen wir, riefen wir vorlaut und machten uns prompt auf den Weg, den “Baum” Schule empor zu klettern.

Und wie der Vogel frisch und süß

Sein Frühlingslied erklingen ließ

Gleich muss der Frosch in rauen Tönen

Den Schusterbass dazwischen dröhnen.

Das wird ja immer unverschämter.

Da sehen wir sie schon, die im süßen Nichtstun schwelgenden Studenten (Klischees muss man ja auch mal bedienen) oder die sich schon in der Ausbildung Befindenden, die verdienen wenigstens schon genug Kohle für Klamotten, Feiern und ein eigenes Auto.

Und wir ?

Krächzen und ächzen mühsam auf dem für einige mehr, für andere weniger beschwerlichen Weg an die Spitze der Baumkrone.

Juchheija, heija spricht der Fink

Fort flieg ich flink !

Und schwingt sich in die Lüfte hoch ..

So, es reicht, jetzt kommen wir!

Abitur, pah, kommt uns nicht damit, das haben wir jetzt auch, hat eh jeder heutzutage.

Schlaffitur, so pflegte ja schon Herr Tegtmeier zu sagen.

Pass bloß auf Fink, wir können alles. Auch wenn wir keine Flügel haben, in die Lüfte werden wir schon kommen, wir werden, wir müssen, genauso gut sein wie du.

Ja, wie geht’s jetzt aus ?

Bevor wir euch die letzten beiden Strophen zu Gemüte führen, noch einmal ein kleiner Schlenker Richtung Grundschule.

Da gab’s doch was, das haben wir ganz zu Beginn gelernt.. Wenn wir’s nicht sogar schon vorher konnten. Oder ?

A, B, C ..

Alphabet! Genau.

Na lass uns das doch noch mal probieren, um unsere Zeit am H-J-K ein wenig Revue passieren zu lassen.

A wie Anschein. Ja, Anscheine gab’s viele bei uns. Oft hatte es wohl den Anschein, dass diese Aula am heutigen Tag nicht gefüllt sein würde. Mich würde es wundern, wenn die Lehrer keine Wetten auf den Prozentsatz, der durchkommt, abgeschlossen haben. Schließlich hörten wir oft Prognosen wie: “Von Stufe schafft es nicht mal die Hälfte.”

B wie Beschönigen. Das mussten wir unsere eigene Situation oft. Eine Woche vorm Abi mit Lernen anfangen reicht doch, Frau Tiesarzik. Und Bier kann man wirklich nicht zu Alkohol zählen, oder ?

C. Ganz klar. Chillen. Unserer Stufe Lieblingsbeschäftigung privat wie im Unterricht.

So chillten wir auch überall herum, sei es im PZ, in Klassen oder auf Gängen. Herr Gerhards titulierte uns wohl nicht zu Unrecht schon in der Mittelstufe als “Könige der Freizeit und des Flures”.

D. Durchhaltevermögen wurde von einigen benötigt und so mancher mag jetzt noch nicht ganz den Sinn von dem Stress erkennen, den er sich da angetan hat. Aber später werden wir sicher einmal froh sein, die 13 Jahre durchgehalten zu haben. So sagt wieder mal der Wilhelm Busch ganz zutreffend: “Ausdauer wird früher oder später belohnt. Meistens aber später.”

E. Jahaa, da haben wir hier was. Emanzipation. In Steinfeld eindeutig auf dem Vormarsch. Ehemalig den Jungs vorbehalten, sitzen hier jetzt von 81 Abiturienten 48 Mädchen und 33 Jungs, und nicht zu vergessen ist unsere Frau Tiesarzik, die noch jeden männlichen Kollegen zum Zittern gebracht hat. Leiden musste manche besonders, so z.B. Stephan Vogt als einziger männlicher Teilnehmer an ihrem Bio-LK.

Da sollten wir wohl eher mal ´ne Men-zipation einführen.

F wie … Fantasie. Eine blühende haben manche, wenn es um das Erfinden von Ausreden fürs Zu-spät-Kommen oder seltsame Krankheiten für den Entschuldigungszettel geht.

Doch eigentlich wäre diese Disziplin sicher ein eigenes Fach wert und man sollte sie sich auf jeden Fall bewahren. Schließlich sagte sogar Einstein: “Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.”

G. Ganztagsschule(verächtlich). Darüber wollen wir lieber gar nicht nachdenken. wir zum Glück auch nicht. Wohl für uns Schüler und unsere lieben Lehrer besser, da das Engagement von Beiden schon durch den Samstags- und Nachmittagsunterricht stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Haaaa-lleluja. Danke Pater Heribert für das Beten vor den Abiklausuren. An ihrer kurz vor Schulzeitende einberufenen Krisensitzung in der Aula hätten wohl selbst Sie nicht gedacht, dass es soviel helfen würde (-;

An dieser Stelle möchten wir Ihnen ebenfalls alles Gute und viel Erfolg auf ihrer neuen Stelle und bei ihren kommenden Aufgaben wünschen.

I. Ein Import-Export-Unternehmen, das sind wir.

Ein gutes noch dazu. Trotz der Wirtschaftskrise sind unsere Zahlen über die Jahre hinweg stabil geblieben. So konnten wir sogar im Vergleich zu 16 im Abi erfolgreichen Schülerimporten die umliegenden Schulen mit 88 Exporten zuverlässig beliefern, die sowohl freiwillig das Weite suchten, als auch vom H-J-K gegangen wurden.

J. Auf die Gefahr hin, uns unbeliebt zu machen… der junge Törleß. Eindeutig eine der unbeliebteren Deutschlektüren, dagegen konnten Don Carlos und Effi mit regelrechten Fanclubs aufwarten.

Ein Zitat kennen jedoch viele, zierte es in seiner “Modezeit” sogar einige Gästebücher des sogenannten schlach.com.-Chat. Vermutlich deshalb, weil wir uns so gut damit identifizieren können:

“Was groß und menschenfremd aussieht, solange unsere Worte von  Ferne danach langen, wird einfach und verliert das Beunruhigende, sobald es in den Tatkreis unseres Lebens eintritt.”

So erging es uns allen mit dem Abitur, welches mit Ehrfurcht erwartet wurde. Doch dann war der “Endspurt” schon wieder vorbei, bevor man überhaupt bemerkt hatte, dass irgendetwas Besonderes angefangen hatte.

K wie Klosterschule. Von den städtischen Schulgängern wurden wir deshalb wahlweise bemitleidet oder gemobbt. Dabei bekamen wir Schüler von den Patres ja gar nicht viel mit… dies änderte sich ein wenig mit Pater Robert, den man wohl als Glücksgriff der letzten Jahre bezeichnen kann.

Auf den Exerzitien und der Frankfurt- und anderen Fahrten überraschte und begeisterte er uns mit seinem Humor, seiner Offenheit und seiner Fähigkeit, eine Messe wirklich ansprechend für Jugendliche zu halten und uns zu berühren.

Lehrmethoden: lernten wir einige sehr extravagante kennen.

So mussten bei Herr Schmees schon einige Unglückliche mit leisen Stimmchen zur Stärkung ihres Charakters im Flur Stühle erklimmen und für den ganzen Gebäudeteil hörbar das “barbarische yop” aus sich herausschreien. Man muss ihnen jedoch zu Gute halten, dass sie (fast) nie wirklich ausfallend wurden. Frau Worms schrie mit von uns ungeahntem Temperament: “Es ist zum Tische, Stühle und Fensterbänke zerknallen”, statt schlimmere Schimpfwörter zu benutzen.

Goldenes M. Müssen wir einfach erwähnen. Alles andere wäre eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

Der Mäcces. Rettendes Eiland für Ausgehungerte (für die bot das PZ ja leider nicht so viele Möglichkeiten), von Freistundenlangeweile geplagte und Kaffeesüchtige. Generationen von Oberstüflern lieben dich.

Wir sagen: Danke!

N. Wissen? Oft eher Nicht-Wissen. Heraklit sagte so schön: “Vielwisserei lehrt nicht, Vernunft zu haben.” (Damit dauert es bei uns sowieso noch ein bisschen).

Viel des Gelernten war einfach nicht mehr und nicht weniger als ein gutes Gehirnjogging, nicht wirklich lebensrelevant. Wir lernten oft für Noten, aber nicht für uns selbst.

Trotzdem, es gibt Lehrer, die geben einem mehr mit als bloßes Auswendiglernen oder stures Wissen, ohne wirklich zu wissen, worum es geht.

Und wir können sagen, dass wir ein paar davon auch hier treffen konnten, Dankeschön dafür!

O wie oberflächlich. Nicht nur vom Wissen haben wir manchmal nur die Oberfläche angekratzt, auch im Umgang miteinander blieben die Tiefen wohl meistens verborgen. Nach 9 gemeinsamen Jahren kommt es einem bei Vielen so vor, als würde man genauso gut erst seit 2 Tagen zusammen eingeschult sein können. Viele wird man, sagen wir es ehrlich, nicht vermissen. Nicht aufgrund von Unsympathie, sondern weil sie nie eine besondere Rolle im eigenen Leben einnahmen.

Trotzdem ist es ein schönes Gefühl, heute vor einem gemeinsamen Ziel zu stehen. So verschieden die Puzzleteile auch sein mögen, heute ist es das fertige, zusammengesetzte Bild, welches wir sehen.

P. Mmmh… Planlos. Völlig. Einen konkreten Entwurf ihres späteren Lebens verfolgten wenige, bei vielen nimmt er auch jetzt nur langsam Gestalt an.

Wir sagen: Macht euch keinen Kopf. Es geht uns allen so.

Q. Quadratur des Kreises (das musste Stephan mir  Mathe-Gklerin erstmal erklären: das ist quasi das Unmögliche, nämlich eine Kreisfläche zum Quadrat zu machen, was sich ja bekanntlich nicht gut verträgt bzw. einer für die meisten von uns unerreichbar hohen Mathematik bedarf).

Für manche waren diese - mindestens - 9 Jahre wohl auch manchmal eine unmöglich scheinende Mission. Doch letztlich haben unser aller Mathekenntnisse wohl doch gereicht (;

R.I.P. Am 09.08.2008 wurde uns auf schmerzhafte Weise bewusst, dass das Leben, der Plan, unser Entwurf, eben nicht immer exakt planbar ist. Wir bitten um einen kurzen Moment der Besinnung in dem wir an Dich, Pascal, denken.

S wie Sprichwörter. Wie euch sicher aufgefallen ist, bedienen auch wir uns für eine Rede

natürlich gerne den Worten großer Dichter und Denker, doch selbst diese behalten nicht immer Recht.

Ziemlich bekannt ist wohl das Zitat: “Lebenskunst ist nicht zu tun, was man liebt, sondern zu lieben was man tut.” Finden wir nicht. Da halten wir es wie viele unserer Lehrer, die uns zwar mit ihren eigenen Materien triezten, aber uns letztlich mit auf den Weg gaben: Das große Geld und der Arbeitsmarkt sind natürlich nicht vollkommen außer Acht zu lassen, aber tut das, was ihr liebt, nur darin seid ihr gut, nur damit werdet ihr glücklich.

Tiiii und Raetz. Oberstufentoursveranstalter. Motivateure. Supporter. Manchmal Quälgeister. Und ganz ab und an auch einfach nur Stufenleiter (;

Trotz mancher Eskapaden unsererseits habt ihr uns doch meistens unterstützt und nicht zuletzt daran geglaubt, dass diese wahrhaft schreckliche 12&13 auch ein ganz kleines bisschen sympathisch sein kann.

Danke für drei Jahre Intensivpflege. Die Zeit mit Euch war wirklich mehr als aushaltbar.

U. Sagen wir Ü. Übertreibungen, davon kamen uns einige zu Ohren. Wir bekennen uns zwar diverser Späße schuldig, die sich wahrscheinlich auch jede Stufe vor uns leistete, aber dass es stundenlangen Arbeitens mit dem Hochdruckreiniger bedarf, um Kindermalkreide zu entfernen… da hätte es der nächste Regen vielleicht auch getan.

V wie Versuch. Einen Versuch war es wert: Unser starker 89er und 90er Jahrgang füllte als erster und wahrscheinlich letzter in der Steinfeldhistorie vier statt der gewohnten drei ganzen Klassen.

Dieser damit verbundene Aufwand hat sich leider nicht gelohnt, wie ein Blick auf die Vorher-Nachher-Bilder in unserer Abizeitung zeigt.

W. Der ganz normale Wahnsinn. Oder wirklich noch ganz normal? Da kommen einem Zweifel, wenn man Stories wie die folgenden hört:

X-Faktor. Manche Fälle blieben ungelöst, die wären glatt ne eigene Fernsehserie wert.

Wer hat mit dem geheimnisvollen Schal beim Grillfest fast einen ganzen Korridor angezündet?

Wer hackte die Computer der Schule und klaute sogar die Kabel aus den PCs in der Bibliothek?

Werden wir vermutlich nie mehr erfahren, ist ja auch wahrscheinlich, dass die Täter schon länger nicht mehr unter uns weilen…

Y-es we can! Wir sind zwar keine Amerikaner und Präsidenten schon mal gar nicht, aber auch wir haben’s gekonnt!

Z wie Zentralabitur. Schüler und Studenten gehen in NRW auf die Straße, um dieses und das Turboabitur wieder abschaffen zu lassen.

Aber warum das denn?

Laut unseren Lehrern wird das ach so einfache Zentralabi  nächstes Jahr eh nur noch darin bestehen, Buchstaben und Zahlen bunt auszumalen und die Aufgaben vorzutanzen.

So, genug gelernt. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, der Fink ist uns grade vor der Nase weggeflogen, aber macht ja nichts, denn wir sind nun ebenfalls bis in die Krone geklettert, manche ohne, andere mit Verschnaufpause auf einer der dicken, gemütlichen Astgabeln.

Was zählt ist: Jetzt hängen wir hier allesamt am höchsten Ast, das Gewicht rüttelt ihn ganz schön durch, wacklig ist es hier und man weiß nicht recht, soll man jetzt die schöne Aussicht von hier oben genießen oder lieber die Augen schließen und an dem fragilen Ästchen ganz fest an seinem Platz festhalten?

Wir erzählen euch jetzt mal, wie es dem Frosch ergeht, der in diesen letzten beiden Strophen dem Vogel hinterher fliegen will.

Was! Ruft der Frosch, das kann ich auch

Macht einen ungeschickten Satz

Fällt auf den harten Gartenplatz

Ist platt wie man die Kuchen backt

Und hat für ewig ausgequackt

 

Wenn einer, der mit Mühe kaum

Geklettert ist auf einen Baum

Schon meint, dass er ein Vogel wär,

So irrt sich der.

Tja, liebe Mitabiturientinnen und -abiturienten, da seid ihr so weit gekommen, nur um festzustellen: Wir sind eigentlich noch gar nichts. Wir haben zwar Abitur, das heißt aber nicht, dass wir jetzt alles können.

Genau wie beim Frosch ist es möglich, dass wir den Halt verlieren, vom Baum stürzen und uns sämtliche Knochen brechen.

Dann müssen wir wieder neu beginnen. Auf unserem Zeugnis ist nirgendwo “Garantie auf Erfolg, sonst Geld zurück” vermerkt, auch nicht im Kleingedruckten.

Eine ernüchternde Aussicht.

Oder auch nicht?!

Man kann die Sache auch anders sehen.

Wir halten gleich unser Reifezeugnis in den Händen und damit die Möglichkeit, fast alles auszuprobieren, auch wenn wir dabei vielleicht mehr als einmal eine Bauchlandung machen werden.

Es kommt nicht auf das Abitur an sich an, sondern darauf, was wir daraus machen.

Das Abitur war nicht alles.

Es liegt in unserer Hand, ob und was wir aus uns machen und dazu zählt oft noch nicht einmal der Durchschnitt.

Und wer weiß, vielleicht klappt es auch irgendwann und wir fliegen tatsächlich gen Himmel in Richtung unserer Träume, und fallen nicht zurück auf den Boden.

Was uns der Frosch noch verdeutlichen kann, wie in den guten alten Grundschulfabeln:

Er, der immer nur dem Fink, den er für schöner, klüger, talentierter und überhaupt besser als sich selbst hielt, hinterher eiferte, hätte niemals gewinnen können.

Er blieb nicht bei seinem eigenen Charakter, seinen Talenten und Vorlieben, sondern rannte einem Ideal hinterher, dass er im Grunde genommen nur für erstrebenswert hielt, weil er wohl zu vielen Spaziergängern Beachtung geschenkt hatte, die sagten:

“Hör nur, dieser liebliche Gesang und das wunderschöne Gefieder des Finken, was ist dagegen dieses grässliche Gequake von dem Frosch.”

Also, lasst euch nicht zuviel von Anderen in das, was ihr tut und für richtig haltet, hineinreden.

Handelt nach euren eigenen Vorstellungen, was nicht heißt, dass man seine Meinung nicht mal ändern oder sich von einer anderen überzeugen lassen kann. Denken kann auch Veränderung bedeuten.

Aber: bleiben wir uns selbst treu !

In diesem Sinne noch einmal Herzlichen Glückwunsch an alle, denen sich heute viele verschiedene Teiche zum Durchschwimmen, Wiesen zum Erforschen und manchmal auch Bäume zum Erklimmen eröffnen und vor allem Euch und euren Begleitern viel Spaß auf der Feier heute Abend!

Dankeschön.