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Freitag, 12.03.2010

Prag 2008 - Pristi stanice "Palmovka"

Für Nichtpragfahrer - Nächster Halt "Palmovka"

"Bitte beachten Sie die folgenden Sicherheitshinweise: Im unwahrscheinlichen Falle eines Druckverlustes fallen Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke ... ", schallte es durch den Flieger von German Wings, kurz bevor wir abhoben. Zwei Stunden später saßen wir mit Sack und Pack in der Prager Metro. Die Station, an der wir nicht nur diesmal aussteigen mussten, hieß Palmovka in Ost-Prag. Im Drei - Sterne - Hotel Palma bemerkten wir erst einmal, dass wir 66 Stufen bis in den dritten Stock gehen mussten mit Koffern! Kurz darauf stand Geldwechseln auf dem Programm: 1 Euro = ca. 23 CZK. Nach einer uns ewig lang scheinenden Hungerphase trafen wir uns um 6 Uhr im Restaurant Jizera am Wenzelsplatz zum Abendessen. Es gab ein Nationalgericht, dessen Geschmack nicht alle Münder erfreute. Die Atmosphäre des Restaurants hingegen war wunderschön wie die ganze Prager Alt- und Neustadt mit ihren verwinkelten Gassen und den vielen Geschäften.

Als wir am nächsten Abend wieder im Restaurant Jizera zu Abend aßen, hatten wir einen erlebnisreichen Tag hinter uns, denn wir sahen die Altstadt und die Neustadt, viele Kirchen und Denkmäler. Außerdem hatten wir die Stadt in der Mittagspause auf eigene Faust erkunden können. Freitags sahen wir das Kloster Strahov mit der wunderschönen Bibliothek unter der sachkundigen Führung des Dr. Dolista, der immerhin 87 Jahre alt ist, und die Prager Burg am Nachmittag mit dem Goldenen Gässchen, in dem in dem Häuschen mit der Nr.22 Franz Kafka eine Zeitlang nachts geschrieben hat. Am Samstag gab es dann einen Ausflug aufs Land mit Besichtigung der Burg Karlstein. Nach einstündiger Zugfahrt und langem Aufstieg saßen wir noch 1 ½ Stunden der Burg bei gefühlten -25 Grad Celsius! Wie auch zuvor führte uns Karel Dolista (genannt Dr. Kanister), der allerdings einige von uns mit seinem Wissen überforderte. Eine Prager Spezialität sind die Trdlniks (gesprochen: Trudélnicks) - mmh - eine Mischung aus Stockbrot und Crepe; viele von uns kauften sich dieses warme und durch Zimt-Zucker-Mandeln gewälzte Gebäck.

Am Sonntag Vormittag konnten wir ausschlafen, denn unser Programm ging erst um 14 Uhr los. Wir besichtigten die Prager Judenstadt, genannt Josefstadt; dort besichtigten wir viele Synagogen; zur Pinkassynagoge gehört ein Friedhof mit überwältigenden 12000 Gräbern, die aus Platzmangel zum Teil übereinander geschichtet sind.

Nach dem Abendessen im Restaurant "Jizera" hatten wir wie immer Freizeit en masse, die wir zum Ausgehen in Kneipen, Clubs und diversen anderen Etablissements genutzt haben. Da montags alle Museen geschlossen haben, führte uns Herr Pchalek zur Villa Bertramka, in der Mozart einige Zeit gelebt und gearbeitet hat. Den Nachmittag über hatten wir Freizeit, die einige dazu nutzten, nur scheinbar "vollkommen orientierungslos" die U-Bahn - und S-Bahnstrecken zu erkunden. Immerhin wissen sie jetzt, wie viele Fußballstadien u.ä. es in Prag gibt (es sind ziemlich viele!) und was an einem ganz normalen Montag Nachmittag in den verschiedenen Stadien Prags "gespielt" wird.

Am letzten Tag erlebten wir noch einmal ein Highlight der Fahrt, denn wir fuhren zu einem Prager Gymnasium, dem Jan-Kepler-Gymnasium, direkt gegenüber dem Kloster Strahov; dort führten wir Gespräche mit den Schülern. Leider verloren unsere "müden" Jungs das Fußballspiel gegen die überlegenen Prager, so dass sie am Ende mit 0:7 vom Platz gefegt wurden.

Der Abreisetag verlief ohne größere Zwischenfälle bis auf langes Warten und das deswegen entstandene "Gepäckwagen-Knallen-Spiel", das den Vergleich mit Autoscooter nicht zu scheuen braucht. Der Flug verlief gut, obwohl Turbulenzen angekündigt wurden. "Bitte bleiben Sie angeschnallt, bis wir unsere endgültige Position erreicht haben. - Wir bedanken uns bei Ihnen und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Köln. Wir wären froh, Sie bald wieder als unsere Gäste begrüßen zu dürfen."

Sebastian Köhler und Katrin Friedrichs, Jahrgangsstufe 12